Das Rosenkranz-Gebet

21. März 2010

Am Ende meines Theologie-Studiums (1984) musste ich ein Praktikum in einer Pfarre absolvieren. Zum Kennenlernen der pastoralen und administrativen Arbeit in einer Pfarre.

Ich war zur Mitfeier bei einer Taufe eingeteilt. Beim anschließenden Taufmahl der offenbar kirchenfernen Taufgesellschaft sprach der etwa 10jährige Sohn Wolf ganz selbstverständlich vom Führer und dem bevorstehenden Geburtstag des Führers. Der hübschen germanischen Mutter war’s peinlich, der mannhafte Vater grinste gleichzeitig frech (mir gegenüber) und gütig (dem Wolf gegenüber). Ja Herr Theologe, so sind wir; zwar kirchenfern, aber heimat- und volkstreu. Deutsch, national und sozialistisch. Das hat er nicht gesagt, aber wohl gedacht. Geheimnis des Glaubens.

Der fortschrittlichste Pfarrer der Stadt war beim Essen gar nicht mehr dabei und sagte mir nachher, ich sollte ruhig erleben, womit man als Pfarrer auch konfrontiert ist. Er hatte damals keine Wahl. Wir haben sie jetzt.

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