Matura – mein Fazit

26. Juni 2009

Zwei meiner Fächer habe ich in den heurigen Maturaklassen unterrichtet: Webdesign in beiden Klassen, Mathematik in einer Klasse. Zur Matura in Mathematik traten vier KandidatInnen schriftlich und drei mündlich an, die schriftliche Matura in der Fachkombination Multimedia & Webdesign & Softwareentwicklung mussten die 20 SchülerInnen der Fachrichtung-IT-Klasse ablegen. Zusätzlich hatte ich 16 KandidatInnen im Bereich Projektarbeit Webdesign mündlich zu prüfen. Meine langjährige Prüfungsroutine hilft mir, den Prüfungsaufwand in Grenzen zu halten, bei den Prüfungen auf inhaltliche Qualität zu achten und die Leistungen differenziert zu beurteilen.

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass ich mit meinem Unterrichtskonzept in Mathematik sieben sehr gute Matura-Beurteilungen in einer Klasse erzielt habe, das Niveau meines Unterrichts wird durchaus als hoch bezeichnet: bei möglichst geringem Druck komme ich mit dem Lehrstoff zurecht, kann den SchülerInnen individuell Zeit für Übungen geben und schaffe immer wieder auch Einblicke in ein paar weiterführende Themen: Taylorreihen als Anwendung der Differentialrechnung, Steuersysteme als Anwendung der Integralrechnung, Kugelgeometrie, fraktale Geometrie, Spieltheorie, Systemtheorie. Das Genderproblem in Mathematik ist interessanterweise nicht von Bedeutung: 3 Schüler und 4 Schülerinnen haben Mathematik hervorragend bewältigt. Ich achte auf gendergerechte Sprache, auf entsprechenden Umgang und bringe die Gender-Thematik auch zur Sprache.

Überraschend waren für mich die vier negativen Leistungen bei der schriftlichen Matura im Bereich Webdesign. Standardbeispiele aus dem Unterricht sollte man ohne Probleme lösen können.

Insgesamt merke ich, dass mit den Bemühungen um Standardisierung und Qualitätssicherung die Prüfungen einfacher werden:  Wenn man austauschbar bewältigende Prüfungsthemen für alle KandidatInnen wählen muss, wird man sich auf Standard-Themen beschränken, Spezialthemen kommen kaum mehr vor, die befürchtete Nivellierung nach unten tritt ein. Die schriftliche Zentralmatura wird diesen Vorgang deutlich verstärken.

Beinahe vergessen: Heuer wurde erstmals die Matura „evaluiert“: Vom Vorsitzenden wurde unter anderem angegeben, ob wir Lehrkräfte „dem Anlass entsprechend gekleidet waren“, ob wir pünktlich waren (no na). Die Prüfenden wiederum hatten den Vorsitzenden zu evaluieren. Die PrüfungskandidatInnen konnten die Prüfenden und den Vorsitzenden übrigens nicht evaluieren. Jetzt wissen wir wenigstens, was die zuständigen Personen unter Qualitätssicherung im Bildungswesen verstehen.

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