Mut und Dummheit

16. November 2008

Wir haben „Nein“ gesagt zu Humanae Vitae. Wir waren nicht Bischöfe, aber es waren unsere Mitbrüder. Wir haben nicht den Mut gehabt, ein klares „Ja“ zu Humanae Vitae zu sagen. (Predigt von Kardinal Christoph Schönborn am 27. März 2008 im Abendmahlssaal in Jerusalem, zitiert in Die Furche, 14.11.2008, Seite 16)

Na bumm. Für alle, die es nicht (mehr) wissen, weil es sie gar nicht mehr interessiert: Humanae Vitae ist das päpstliche Lehrschreiben aus dem Jahre 1968, das nach eingehender Beratung entgegen der Mehrheit der Berater das Verbot der Empfängnisverhütung (Pille) festgeschrieben hat. Und die Mariatroster Erklärung ist die Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz aus 1968, wonach die gläubigen Ehepaare (!) in dieser Frage in eigener Gewissensentscheidung zu handeln haben. Ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung wird von den beiden Erklärungen gar nichts mehr wissen. Weil unter den Gläubigen wegen und seit humanae vitae kirchliche Erklärungen und Stellungnahmen nicht mehr besonders ernst genommen werden. Humanae vitae hat das Ansehen der kirchlichen
Autorität nachhaltig diskreditiert. Die österreichischen (und viele andere) Bischöfe waren klug und mutig genug, sich dagegen zustellen. Obige Stellungnahme halte ich dagegen nicht für ein Zeichen von Mut.

Ist die Kirche noch bei Mariatrost? (v. Heiner Boberski, WZ, 19.11.2008)
Das Kreuz der Kirche mit Pille und Kondom (v. Dietmar Neuwirth, Die Presse, 21.11.2008)

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