Aus der Kirche austreten?

01. März 2009

Eins gleich vorweg: Wenn ich hier von Kirche rede, meine ich die römisch katholische Kirche mit dem Papst als Oberbefehlshaber in Rom, eigentlich ist er nur Bischof von Rom. Nachdem aber Kirche nicht gleich Kirche ist, unterscheide ich hier zwischen der (in Oberösterreich sehr homogenen) Ortskirche und der Hierarchie.

Zur Frage “Aus der Kirche austreten?”, skizziere ich meine widersprüchlichen Gedanken, sie hängen zusammen mit dem nun-doch-nicht-Weihbischof von Linz. Ich sehe drei Möglichkeiten: austreten, konvertieren (zur protestantischen oder zur altkatholischen Kirche), nicht austreten.

Im Zuge der umstrittenen und undurchsichtigen Designierung von Gerhard Maria Wagner zum Weihbbischof von Linz hat es ein massives Austritts- und Konvertierungsszenario gegeben, das die Bischofskonferenz mit Kardinal Schönborn zum Eingreifen bewegt hat, sie dürfte den Kandidaten erfolgreich zum Rückzug gezwungen haben. Freiwillig hätte der sicher nicht aufgegeben, nachdem er und sein kleingläubiger Priesterkreis jahrzehntelang in Rom gegen die Ortskirche intrigiert haben. So gesehen war ein massives Austreten und Konvertieren notwendig, damit die Ortskirche von ihrer Hierarchie in Österreich und im Vatikan ernst genommen würde. Wobei die Konvertierung zur protestantischen Kirche offenbar das Schmerzvollere für die Hierarchie ist: Weil dann das Argument nicht mehr greift, dass eh nur die bereits Kirchenfernen gehen.

Ich werde nach kurzem Zögern nach wie vor Mitglied der römisch katholischen Kirche bleiben und bedanke mich bei allen, die ausgetreten oder konvertiert sind, weil sonst der Protest der Ortskirche nicht ernst genommen worden wäre. Persönlich meine ich aber, dass es insgesamt besser ist zu bleiben. Ich weiß, dass das widersprüchlich ist: Soll doch die vatikanische Hierarchie austreten oder ihre eigene Kirche gründen, wenn sie mit den Ortskirchen nicht mehr kann!

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