08. Januar 2013
Seit ein paar Wochen drucke ich 3D. Rapid Prototyping nennt man das, in dem Sinne, dass man (relativ) schnell Prototypen drucken kann. Serien exakt gleich reproduzierbarer Dinge sind mit meinem Druckermodell angeblich (noch) nicht möglich.
Gekauft habe ich einen Mendel Prusa I3, das ist ein Selbstbausatz für einen reprap-Drucker bestehend aus dem Open-Source-Prozessor Arduino, den elektronischen Bauteilen, Motoren, Kabeln, Netzteil für die Stromversorgung und dem Gerüst für den Drucker. Eine Anleitung in Bildern zum Zusammenbau gibt es im Internet. Nach dem Löten der Elektronik, dem Gerüstbau und der Montage der Motoren und der Heizplatte war die größte Herausforderung die Kalibrierung der drei Achsen und des Materialeinschubs. Mit Hilfe eines Chat-Forums und scharfer Fehleranalyse konnte ich die Kalibrierung fertig stellen. Jetzt ist – in der Grundfläche – ein Quadrat ein Quadrat und ein Kreis ist ein Kreis, auch die Z-Richtung stimmt.
Bilder: Bauteile und Drucker
Die Idee, mich mit Rapid Prototyping zu beschäftigen, kam aus verschiedenen Richtungen: Im letzten Jahr habe ich im Rahmen eines Kurses im Künstlerdorf Neumarkt an der Raab das Schaffen von Bronze-Skulpturen kennen gelernt und Konzepte für algorithmisch erstellte Skulpturen entworfen. Zugleich habe ich im Rahmen meiner Lehrveranstaltung Realtime Processing an der Kunst-UNI Linz Projektideen für Microsoft Kinect entwickelt. Kinect liefert mit einem Infrarot-Sensor 3D-Daten, wird eigentlich für Spiele verwendet, aber ProgrammiererInnen und KünstlerInnen können die 3D-Daten sowie die Gelenks-Koordinaten von Menschen lesen und damit arbeiten. Was liegt näher, als Kinect als 3D-Scanner für Realtime-Skulpturen zu verwenden! Meine dritte Anregung ist das Fach Darstellende Geometrie und Konstruktion an der HTL in Freistadt – für mich sind die gezeichneten und konstruierten Bauteile ebenfalls Skulpturen.
Aktuelle Projekte
Zur Zeit experimentiere ich mit algorithmisch generierten Skulpturen. Dazu verwende ich openSCAD, ein einfaches Programm, in dem man mit Programmierbefehlen einfache geometrische Formen erzeugt, positioniert, schneidet oder verbindet und als Druckmodell speichern kann.
Das Projekt Hexahedra
Eine Anordnung von Würfel wird verallgemeinert, sodass sie keine regelmäßigen geometrischen Formen mehr sind. Flächen werden schief, Kanten sind nicht mehr parallel. Es entstehen architektonische Zufalls-Strukturen.
Das Projekt Strukturen
Eine zufällig gewählte Anzahl von Kreisbögen, Linien und Rechtecken wird rechtwinkelig in den Raum extrudiert. Die Figuren überlagern und schneiden sich und erinnern mich an Strukturen, wie sie bei historischen Ausgrabungen freigelegt werden. Der Zweck einzelner Elemente kann nicht mehr nachverfolgt werden, es bleibt ein geheimnisvoller Charakter. Vielleicht sind es aber auch visionäre Entwürfe von Architektur, deren Zweck sich durch Freigabe zur Nutzung erschließt.
Tags: 3D-Druck, Rapid Prototyping, Relief, Skulptur
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15. Mai 2012
Mein Video-Panorama-Projekt hat einen Namen und ein Konzept: Zeitbasierte Landschaft – Timebased Landscape.
Ich filme eine Landschaft im Vorbeifahren/-gehen und füge anschließend die mittleren vertikalen Streifen jedes einzelnen Frames zu einem Bild aneinander. Es entsteht dadurch das Bild einer Landschaft, deren einzelne Abschnitte zeitlich nacheinander aufgenommen wurden. Die Landschaft wird sozusagen zeitlich aufgerollt. Längere Videoaufnahmen erzeugen breite Bilder.
Ob diese konstruierten zeitbasierten Landschaften nun für mich bzw. Betrachter/innen “funktionieren”, hängt von mehreren Parametern ab: Am Wichtigsten ist die ruhige und gleichmäßige Fortbewegung. Holpriges Fahren bzw. Gehen bewirkt zu unruhige Wellenlinien, die eine Wahrnehmung erkennbarer Landschaft stört und eher als Gag oder Klamauk empfunden wird. Daher sind viele meiner Aufnahmen im Zug oder Bus entstanden. Als nächstes wirkt sich die Fortbwegungsgeschwindigkeit entsprechend aus. Bei höheren Geschwindigkeiten gibt es zu wenige vertikale Bildstreifen, aus denen sich eine sinnvolle Landschaft zusammensetzen lässt. Die Landschaft wirkt horizontal zu sehr gestaucht, Häuser und Objekte sind zu schmal und zu plakativ unrealistisch.
Nachdem die relative Geschwindigkeit der Fortbewegung mit der Entfernung der Objekte zusammen hängt, spielt die räumliche Tiefe der Landschaft eine weitere wichtige Rolle. Objekte im Vordergrund fliegen schnell vorbei und sind daher stark verkürzt und entsprechend unscharf oder nur angedeutet, Objekte in weiterer Ferne bleiben lange im Bild und werden breiter dargestellt. Je nach räumlicher Tiefe bzw. Lage der Objekt im Raum ist eine unterschiedliche Geschwindigkeit für die Aufnahmen optimal. Objekte im Vorder- und Hintergrunde können nicht gleichzeitig realistisch dargestellt werden. Beachtenswert sind Ergebnisse bei der Aufnahme bewegten Objekten, bei denen sich die Geschwindigkeit während der Aufnahme verändert.
Die Bilder können bei entsprechender Parameter-Konstellation auf den ersten Blick realistisch wirken, haben aber trotzdem einen surrealen Charakter. Dieser entsteht durch die Aneinanderreihung von Bildstreifen, die parallel zur Aufnahmerichtung liegen. Das gesamte Bild hat daher kein Zentrum (Betrachterstandpunkt) und widerspricht daher unserer herkömmlichen Wahrnehmungssituation. Beim Verlauf von horizontalen Motiven (beispielsweise Bahngleise) entsteht sogar der Eindruck von Draufsicht im Vordergrund, die gleitend in die Frontalansicht im Mittel- und Hintergrund übergeht.
Absicht und Wirkung der Bilder aus der Serie “Zeitbasierte Landschaft” sind mehrfach: Einerseits interessiert mich die Konstruktion von Landschaftsbildern mit Hilfe einer bestimmten Technik, andererseits die Reflexion der Wahrnehmung von Zeit und Raum. Umgekehrt können anhand der Bilder manche Rahmenbedingungen der Aufnahme (Struktur und Verlauf der Landschaft, räumlichen Tiefe, Geschwindigkeit) gedanklich rekonstruiert werden.
Jeweils drei Bilder einer Zeile bilden eine zusammengehörige Landschaftsserie. Die Bildqualität ist grundsätzlich auf eine Höhe von knapp 2000 Pixel ausgerichtet. Durch die Aneinanderreihung schmaler vertikaler Pixelsteifen entsteht allerdings eine entsprechende Verpixelung. Das Projekt ist übrigens mit MaxMspJitter realisiert.
Tags: Medienkunst, timebased landscape, Wahrnehmung, Zeitbasierte Landschaft
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22. Oktober 2011
Die Landesgalerie Linz lädt alljährlich die wichtigsten oö. Galerien zu aktuellen künstlerischen Statements ein. Ein guter Überblick und ein guter Treffpunkt.
Tags: Fototagebuch
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22. Oktober 2011
So schauts aus. Baustelle wegen Vollwärmeschutz. Ausblicke aus den Fenstern.
Tags: Fototagebuch
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