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Gendergerechte Sprache?

Samstag, 23. Januar 2010

Ein merkwürdiges Fallbeispiel zum Thema gendergerechte Sprache.

Meine Frau erlebt an der UNI einen Vortrag einer Sozio-Linguistin (Sprachwissenschafterin). Diese spricht von sich immer als Sozio-Linguist (in der männlichen Form) und auf eine diesbezügliche Frage meiner Frau nach dem Vortrag erklärt sie, dass sie das absichtlich macht, weil sie das gendergerechte Sprechen nicht mag. So weit so gut.

Meine Frau erzählt mir daheim, dass sie einen interessanten Vortrag eines Sozio-Linguisten (in der männlichen Form) gehört hat und dieser Sprachwissenschafter viel Erfahrung hat. In mir entsteht logischerweise (und meines Erachtens richtigerweise) das Bild eines männlichen Referenten.

Diese Geschichte zeigt, dass ein Mindestmaß an sprachlicher Differenzierung nowendig ist, um (Gender-)Sachverhalte richtig zu transportieren. Wenn eine Frau von sich spricht oder wenn von nur einer Frau die Rede ist, dann ist einzig die weibliche Form sprachlich richtig. Egal ob der weibliche Sozio-Linguist das so will, ob der weibliche Architekt das so will, ob der weibliche Deutsch-Lehrer das so will, ob der weibliche Chef das so will. Weil man sich sonst nie Wissenschafterinnen, Architektinnen oder Chefinnen vorstellen kann.

Man muss es nicht übertreiben. Aber wenn eine Projektgruppe an der Schule nur aus Schülerinnen besteht, die unter sich von sich in der männlichen Form reden, dann irritiert mich das und ich weise sie (liebevoll) darauf hin. Die (sozial) Begabteren verstehen das.

Noch was: Ich bin der Gender-Beauftragte an unserer Schule. Und ja, sowas gibt es.

Was feiern wir zu Weihnachten?

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Die Beziehung des Göttlichen zum Irdischen/Menschlichen wurde und wird unterschiedlich gedacht bzw. erlebt. Im Griechentum existiert (verkürzt dargestellt) der Götterhimmel voller Götter mit zutiefst menschlichen Eigenschaften, die mit den Menschen an sich nichts am Hut haben, eifersüchtig ihre eigene Unsterblichkeit hüten und Menschen eher als Objekt der Begierde sehen. Mit dieser Vorstellung vom Göttlichen nimmt man als Mensch die Sphäre des Göttlichen nicht so ernst, entschuldigt eigene Schwächen und hadert mit der eigenen Sterblichkeit.

Oder elitäre bzw. autoritäre Vorstellungen einer Erlösung von oben herab: ein (allmächtiger und allgütiger) Herrscher soll die Welt retten. Dieses Denkkonzept lagert die Verantwortung für die Welt auf Autoritäten aus. Die Geschichte mit einem guten Diktator funktioniert aber nicht. Ähnlich unattraktiv ist für mich die Konstruktion der Unnahbarkeit des Göttlichen.

Die Vorstellung der Inkarnation (Menschwerdung, Fleischwerdung) des Göttlichen in der menschlichen Person Jesu denkt anders: nicht als Herrscher, sondern in armen Bedingungen zur Welt gekommen heißt, auch das Geringfügige, Arme, Unspektakuläre der menschlichen Existenz wertzuschätzen. Die göttliche Beziehung zum Menschen ist im Juden-Christentum keine Herrschaftsbeziehung. Das weitere Leben des Jesus bestätigt diesen Ansatz. Gesellschaftlich elitäre Vorstellungen lassen sich mit diesem Konstrukt nicht legitimieren.

Auch wenn manches historisch nicht gesichert ist, entspricht der Geist der Weihnachtserzählung der herrschaftskritischen religiösen Haltung der jüdischen Propheten und versinnbildlicht eine bestimmte Einstellung gegenüber der menschlichen Existenz und der Beziehung zum Göttlichen. Besser könnte man diese Geschichte nicht erfinden. Das Religiöse läßt sich im ursprünglichen judenchristlichen Sinn nicht für Herrschaft missbrauchen.

So gesehen ist Weihnachten zurecht eines der großen Feste des Christentums. Das real existierende Christentum konnte diesen Anspruch allerdings nicht deutlich genug verwirklichen.

(Fehlendes) Foto: Weihnachten 2009 bei den Mosers. Patrick und Deborah aus Uganda mit Tochter Jemima, unsere Freundin Hatice aus Freistadt, Hermine, Hans, Sebastian und Nikolai.

Wie schmecken Windkraftanlagen?

Donnerstag, 10. Dezember 2009

In den vergangenen Wochen gab es eine intensive Diskussion in lokalen Medien über Windkraft im Mühlviertel. Auslöser waren Widerstände gegen eine angedachte Errichtung eines Windparks in Windhaag/Leopoldschlag. Die Proponenten luden zu einer Informationsveranstaltung ein, um Kritik hinter vorgehaltener Hand zu begegnen.

Als Geschäftsführer der Fa. Neue Energie GmbH bin ich über das neue Projekt informiert, stehe Windkraftprojekten grundsätzlich positiv gegenüber und möchte zu den aktuellen Diskussionen und Einwänden Stellung beziehen. Das neue Projekt wird übrigens nicht von den Betreibern des Windparks Spörbichl vorbereitet.

Ich zitiere einige Einwände, die in den Medien kolportiert wurden: Einige Anrainer befürchten

eine nachhaltige Verschlechterung ihrer Wohnqualität und massiv negative Auswirkungen auf die weitere Siedlungstätigkeit im Markt. Außerdem wird mit einem nicht zu verantwortendem Eingriff in die gesunde Natur und das typische Landschaftsbild argumentiert. “Windräder sind typisch für Küstenlandschaften, nicht für das Mühlviertel“, … die Anrainer befürchten Lärmbelästigung und Schattenwurf. (Tips, 2.12.2009, Seite 2)

Die Befürchtungen sind so alt wie die Geschichte der modernen Windkraftanlagen

Die Befürchtungen sind so alt wie die Geschichte der modernen Windkraftanlagen. Veränderung des gewohnten Landschaftsgefühls, Lärm, Schattenwurf. Nur von den toten Vögeln hat hier noch niemand geschrieben. Aber die gibt es eben nicht, das entspricht auch der Erfahrung der ersten 10 Jahre Windpark Spörbichl.

Eine strenge Prüfung geht der Errichtung von Windparks voraus

Der Errichtung eines Windparks geht eine strenge Prüfung verschiedener Faktoren voraus: Abstände und Lage der Häuser in der Umgebung für Lärm- und Schattenwurf. In Spörbichl waren 300m Abstand nötig, die aktuelle Anlagen (Vorderweißenbach) erfordern bereits 700m bis 1000m Abstand. Genaue Gutachten geben genau an, welche Fenster zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen von einem Schattenwurf betroffen sind. Es geht meist um ein paar mögliche Jahres-Stunden (!) im Winter bei Morgen- oder Abendsonne. Auch beim Lärm kann ich entwarnen: Bei heftigem Wind sind die Umgebungsgeräusche (Bäume) lauter. Besonders streng wird ein Windpark vom Landschaftsschutz geprüft.

Kein Lärmproblem

Alfred Klepatsch, direkter Anrainer des Windparks in Spörbichl: “Allerdings kann von einem Lärmproblem nicht die Rede sein. Ich wohne etwa 300m von den Windrädern entfernt, man hört sie schon hin und da, aber es ist nie eine Belastung.

Zurück zu den Anrainer-Befürchtungen. Die Spörbichler Dorfgemeinschaft ging 1998 etwas klüger vor. Nach einem ersten Gespräch mit den potentiellen Anrainern des Windparks Spörbichl haben die Spörbichler den Windpark Eberschwang/OÖ. besucht und vor Ort geprüft, ob die Windkraftanlagen eine optische, akustische  oder sonstige Belastung seien. Sie haben sich vom Gegenteil überzeugt: Spörbichl ist imagemäßig aufgewertet worden, Windhaag hat den Europäischen Solarpreis erhalten und ich erinnere mich noch an die Zeit nach Inbetriebnahme Ende 1999: Es gab einige besorgte Anrufe von Anrainern, allerdings nur dann, wann die Anlagen nicht in Betrieb waren: Warum sie nicht laufen, ob eh alles in Ordnung sei!

Horror-Visionen verängstigen nur

Den Bock der Windkraft-Gegner schießt ein (befreundeter) Künstler ab, indem er als ästhetisch Betroffener eine Horror-Vision sieht: Das Wald- und Mühlviertel mit Windrädern überzogen! (W.B.) Das ist aufgrund der Zersiedelung des Mühlviertels schlicht unmöglich. Wenn wir keine anderen (Energie-)Sorgen haben, dann ist ja alles in Ordnung!

Keine Angst, Walter, die Naturlandschaft des Mühlviertels ist eine Kulturlandschaft (Agrikultur), hat sich immer wieder verändert und gerade als Künstler sollte man soviel ästhetische Flexibilität aufbringen, auch neue Elemente in der Landschaft zu akzeptieren. Am gleichen Tag, als mich dein Leserbrief-Email erreichte hat mir ein anderer befreundeter Künstler & Kunstprofessor von sich aus von einem Urlaub an der Ostsee erzählt, von den ästhetischen Windkraftanlagen, die man vom Fenster aus sehen (und auch ein bisschen hören) konnte. Er beobachtete ein interessantes, ruhiges Drehen der Räder, die manchmal synchron, manchmal asynchron zu einander sich drehten. So verschieden können Geschmäcker sein.

Keine Angst! Die Windkraftanlagen sind keine nachhaltige Beeinträchtigung: Sie werden nach etwa 20 Jahren wieder abmontiert und haben in dieser Zeit ihren Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung beigetragen.

Irgendwie werden wir unsere Energie gewinnen müssen. Dass das nachhaltig sein muss, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Gegenden mit unbebauter Landschaft können Windkraft nutzen, andere Gegenden werden stärker auf Biomasse, Solarenergie oder Wasserkraft setzen. Das Beste ist ein Mix aus diesen nachhaltigen Energieformen. Als sinnvoll empfinde ich, dass jeder Ort einen (auch sichtbaren) Beitrag zur eigenen Energieversorgung leistet. Darauf dürfen Orte (wie beispielsweise Windhaag) ruhig stolz sein.

Angst vor nachhaltiger Energiegewinnung ist deplatziert. Angst sollte man nur davor haben, dass wir von unserem fossilen CO2-Trip nicht rasch genug herunterkommen.

Ein Angebot: Der technische Betriebsleiter des Windparks Spörbichl, Franz Zacharias aus Spörbichl, lädt gerne alle Interessierten zu einer Windpark-Besichtigung nach Spörbichl ein, vielleicht können sich einige Vorurteile in Luft auflösen.

Das bevorstehende Ende der Badesaison

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Angesichts kälter werdender Nächte neigt sich unsere Badesaison im Schwimmteich dem Ende zu. Ein Teil des Teichs ist breits gefroren, der Einstiegsbereich kann derzeit noch eisfrei geklopft werden. Meist ist es jetzt im Wasser “wärmer” als im Freien, zumindest objektiv und die 10 Schritte zum Teich (im Schnee) sind beißender als das Wasser.

Die Sache mit Hans Moser

Montag, 23. November 2009

Hans Moser ist mehrdeutig – siehe Bild.

hans moser - encarta

Eine zusätzliche Verwirrung: Der österreichische Schriftsteller Franzobel schreibt über Hans Moser. Streitpunkt des noch nicht veröffentlichten Werkes ist die Stellung Hans Mosers zu den Nazis. Franzobel allerdings behauptet, sein Werk spiele in der Gegenwart.

Meine Frage: Von welchem Hans Moser ist da eigentlich die Rede? Nachdem ich auf Encarta neben dem Schauspieler gelistet bin, … Vielleicht schickt mir Franzobel ein Exemplar zur Lektüre. Ich werde berichten.

Hans Moser verfolgt mich ja schon länger. Abgesehen davon, dass in meiner Familie zumindest drei Generationen Hans Moser heißen, brachte mein Name den deutschen Zeichenlehrer in der 6. Klasse Gymnasium zum Lachen, er glaubte ich scherzte. Während des Studiums machte ein älterer Assistent sein Scherze mit meinem Namen, die ich auch erwiderte (er hieß Kamelberger). Bei meinem Kompositionsstudium wurde mir empfohlen, als offiziellen Namen Johann Moser zu verwenden, um nicht die Aufmerksamkeit von mir abzulenken. Aber dann wissen einige wieder nicht, ob sie Johann oder Hans zu mir sagen sollen. Eigentlich egal.