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	<title>Standpunkte von Johann Moser &#187; Mein Wort zum Sonntag</title>
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		<title>Ein einfacher Landpfarrer</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 08:42:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz schön daneben gegriffen hat der Furche Redakteur Rudolf Mitlöhner in seiner Analyse des Falls Arigona im Furche-Leitartikal vom 17.6.2010 (Nr 24, Seite 1). Neben der demokratiepolitisch befremdlichen Beschuldigung des Anwalts der Familie spricht er von Pfarrer Josef Friedl an &#8220;schlichtem Landpfarrer&#8220;. Schlicht mit der eindeutigen Konnotation von naiv bzw. einfältig.
Ich erinnere mich an Pfarrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz schön daneben gegriffen hat der Furche Redakteur <em>Rudolf Mitlöhner</em> in seiner Analyse des Falls Arigona im Furche-Leitartikal vom 17.6.2010 (Nr 24, Seite 1). Neben der demokratiepolitisch befremdlichen Beschuldigung des Anwalts der Familie spricht er von Pfarrer <em>Josef Friedl</em> an &#8220;<em>schlichtem Landpfarrer</em>&#8220;. Schlicht mit der eindeutigen Konnotation von naiv bzw. einfältig.</p>
<p>Ich erinnere mich an Pfarrer Friedl als meinen Religionslehrer in der Oberstufe im BG Vöcklabruck (Matura 1977). Sein Religionsunterricht war sehr engagiert, zeitgemäß und vor allem intellektuell &#8211; also theologisch und philosophisch &#8211; auf hohem Niveau. Von schlicht oder einfältig keine Spur. Meine zwei Aufgabenstellungen bei der mündlichen Reifeprüfung geben darüber Auskunft &#8211; welches davon ich letztlich damals wählte, weiß ich nicht mehr, außer dass mir die Wahl schwer fiel: &#8220;<em>Der Atheismus unter besonderer Berücksichtigung der Position von Jean Paul Sartre</em>&#8221; und &#8220;<em>Erich Fromm</em>&#8221; (damals waren &#8220;<em>Haben oder Sein</em>&#8221; und &#8220;<em>Die Kunst der Liebe</em>&#8221; aktuelle Lektüre). Ich frage mich eher, ob Josef Friedl nicht vielleicht aufgrund seiner unbequemen Positionen &#8211; sozusagen strafversetzt &#8211; als Landpfarrer wirkt.</p>
<p>Pfarrer Friedl hat <em>schlicht </em>eine menschliche und vor allem christliche Handlung gesetzt: ohne ideologische Vorbehalte persönliche Hilfe jenen in seinem Umfeld zu gewähren, die sie gerade benötigen.</p>
<p>Vielleicht sollte Rudolf Mitlöhner einfach ein bisschen besser recherchieren und ein bisschen weniger Verachtung gegenüber jenen ausdrücken, die seiner Meinung in die Quere kommen. Damit er nicht als <em>schlichter</em> <em>Journalist</em> dasteht.</p>
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		<title>Der müde Papst und die strukturelle Sünde</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 17:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[strukturelle Sünde]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Papst Benedikt XVI. hat sich auf seiner Reise nach Malta zum Skandal um  sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche geäußert. Die Kirche  sei &#8220;verletzt durch unsere Sünden&#8221;, sagte der Pontifex &#8230; Jeder Christ sei  dazu aufgerufen, mit seinem Glauben die &#8220;zahlreichen Bedrohungen gegen  die Heiligkeit des menschlichen Lebens&#8221; einzudämmen.
&#8220;Kirche  verletzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Papst Benedikt XVI. hat sich auf seiner Reise nach Malta zum Skandal um  sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche geäußert. Die Kirche  sei &#8220;verletzt durch unsere Sünden&#8221;, sagte der Pontifex &#8230; Jeder Christ sei  dazu aufgerufen, mit seinem Glauben die &#8220;zahlreichen Bedrohungen gegen  die Heiligkeit des menschlichen Lebens&#8221; einzudämmen.<a href="http://derstandard.at/1271374578412/Papst-in-Malta-Kirche-verletzt-durch-unsere-Suenden"><br />
&#8220;Kirche  verletzt durch unsere Sünden&#8221;</a> (derstandard, 18.4.2010)</p></blockquote>
<p>Na Bravo. Vielleicht sollte Herr Ratzinger von den Befreiungstheologen lernen, die er früher bekämpft hat: Da gibt es in der Kirche die Rede von der strukturellen Sünde, von falschen Strukturen. Diese strukturelle Sünde beschreibt Verhältnisse jenseits der individuellen Schuld. Sie meint im Kontext der Befreiungstheologie vorrangig ungerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen. Im Kontext des Vatikan liegt es nahe, die <em>Heilige Herrschaft</em> und die ganze Haltung zur Sexualität als strukturelle Sünde zu benennen.</p>
<p>Abgesehen von der Individualisierung von Unrecht spielt Ratzinger hier das alte Spiel: Die Kirche ist das Opfer der missbrauchenden Priester. Warum geht sie dann nicht in Beratung und Therapie?</p>
<p>Individuell wird die Schuld, wenn jemand die Möglichkeit bzw. Macht nicht hat, sündhafte Strukturen zu ändern und sie nicht nutzt. Aber vielleicht wartet der Papst auf ein Machtwort Gottes. Ich fürchte, da werden wir noch lange warten müssen.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><img class=" " title="Foto: Reuters/Lupi" src="http://images.derstandard.at/t/12/2010/04/18/1271381041598.jpg" alt="" width="300" height="207" /><p class="wp-caption-text">Die Körperhaltung des Papstes: Verkörperung des Zustands der Kirche?</p></div>
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		<title>Der Zorn ist richtig</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 07:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ZEIT bringt ein interessantes Interview mit Klaus Mertes, dem  Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, der den Missbrauch-Skandal als Erster öffentlich  gemacht hat. Zwei Aspekte des Gesprächs möchte ich herausgreifen.
Der Zorn ist richtig. Ein Gespräch mit  Pater Klaus Mertes, dem  Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Die ZEIT, 15.4.2010.
Mertes: &#8230; Es gibt die stellvertretende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die ZEIT bringt ein interessantes Interview mit Klaus Mertes, dem  Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, der den Missbrauch-Skandal als Erster öffentlich  gemacht hat. Zwei Aspekte des Gesprächs möchte ich herausgreifen.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2010/16/Gespraech-Pater-Klaus-Mertes" target="_blank">Der Zorn ist richtig</a>. Ein Gespräch mit  Pater Klaus Mertes, dem  Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Die ZEIT, 15.4.2010.</p>
<blockquote><p><strong>Mertes:</strong> &#8230; Es gibt die stellvertretende Übernahme von  Schuld. Dass sich jemand als schuldig bekennt, ist doch die  entscheidende Voraussetzung für einen Versöhnungsprozess! Wie könnte ich  sonst eine Entschuldigung aussprechen?</p></blockquote>
<p>Diese Schuldübernahme sehe ich etwas differenzierter: Vor einem Schuldbekenntnis muss eine Einsicht der Täter stehen. Ein stellvertretendes Schuldbekenntnis ist weniger hilfreich (für die Opfer) und hat für mich auch einen Hauch von Hybris oder Heuchelei: Die Schuld eines Anderen kann leicht bekannt werden.</p>
<p>Für die Schuld-bekennenden Kirchenvertreter gäbe es genug anderen Schuldanlass in der gleichen Thematik: dass sie bisher nicht gehandelt haben, dass sie den strukturellen Zusammenhang zum Missbrauch religiöser Macht nicht sehen wollen, dass sie blinden Gehorsam gegenüber Päpsten höher stellen als eventuelle Einsicht oder Widerstand, dass sie nicht genug für die Änderung kirchlicher Strukturen tun.</p>
<blockquote><p><strong>ZEIT:</strong> Wenn wir über Macht sprechen: Wo ist in  dieser Hinsicht der blinde Fleck der Kirche?</p>
<p><strong>Mertes:</strong> Dass sexueller Missbrauch immer der  Missbrauch von Macht ist. Das verbindet die sexualisierte Gewalt mit den  sadistischen Prügeltaten.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Was wäre ein adäquater Umgang mit  kirchlicher Macht?</p>
<p><strong>Mertes:</strong> Macht muss der Freiheit dienen, im  Sinne des Freiheitsgesetzes vom Sinai (Moses erhielt dort der  Überlieferung nach die Zehn Gebote,       <em>Anm. d. Red.).</em> Ein Gegenbeispiel dafür wäre: Es steht keinem Menschen zu, einem anderen  Menschen in der Autorität Gottes zu sagen, was er zu tun und zu lassen  hat.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Das darf auch kein Priester?</p>
<p><strong>Mertes:</strong> Auch kein Priester.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Auch kein Papst?</p>
<p><strong>Mertes:</strong> Auch kein Papst.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Da fängt der Missbrauch an?</p></blockquote>
<p>Klar. Da beginnt der Missbrauch. Über den Missbrauch der Gottesrede habe ich schon öfter geschrieben. In der jüdischen Tradition ist das Auftreten gegen den Missbrauch religiöser Macht und Symbole stark verankert, die Geschichte der jüdischen Gotteserfahrung kann als Geschichte der Abkehr von einem autoritären und durch Machthaber missbrauchbaren Gottesverständnis gelesen werden.</p>
<p>Nur eine Kirche, die an dieser Haltung (auch des Jesus von Nazaret) anknüpft, ist mit der modernen Welt kompatibel.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 442px"><img class=" " title="http://images.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/klaus-mertes-2/klaus-mertes-2-540x304.jpg" src="http://images.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/klaus-mertes-2/klaus-mertes-2-540x304.jpg" alt="klaus-mertes-2/klaus-mertes-2-540x304.jpg" width="432" height="243" /><p class="wp-caption-text">Schulleiter Klaus Mertes, © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa</p></div>
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		<title>Passion. Kunst. Theologie</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 07:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst- & Kulturportfolio]]></category>
		<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Auferstehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedenken]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Passion]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Vor-Osterzeit häufen sich Angebote hochwertiger religiöser Kunst. Ich habe unter anderem eine Aufführung von Gunter Waldeks Stabat Mater im Alten Dom in Linz erlebt. Neben Texten aus der Passionsgeschichte werden in dieser Komposition Texte von Nelly Sachs, Oda Schaefer, Christine Lavant, Giaconda Belli, Ingeborg Bachmann, Else Lasker-Schüler und Christine Busta verklanglicht.
Ich bin durchaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Vor-Osterzeit häufen sich Angebote hochwertiger religiöser Kunst. Ich habe unter anderem eine Aufführung von Gunter Waldeks <em>Stabat Mater</em> im Alten Dom in Linz erlebt. Neben Texten aus der Passionsgeschichte werden in dieser Komposition Texte von Nelly Sachs, Oda Schaefer, Christine Lavant, Giaconda Belli, Ingeborg Bachmann, Else Lasker-Schüler und Christine Busta verklanglicht.</p>
<blockquote><p>Ich bin durchaus davon überzeugt, dass die Menschen &#8230; sich von der Thematik der Passion berühren lassen &#8230; vielleicht nicht unbedingt in einem religiösen Sinne, aber zumindest auf einer spirituellen Ebene. (Gunter Waldek)</p></blockquote>
<p>Sakrale Kunst beschäftigt sich seit Jahrhunderten mit zentralen Fragen der menschlichen Existenz. Die existentielle Betroffenheit der KomponistInnen hat die Musik und ihre Entwicklung massiv beeinflusst. Musik und Bildende Kunst wären ohne diese spirituellen Werke ein großes Stück ärmer.</p>
<p>Neben der sozialen Dimension der christlichen Religiosität ist es für mich besonders die religiöse Kunst, wofür es sich lohnt, Glaube und Religion (und damit auch Kirche) trotz aller Mängel auf der Ebene der Hierarchie nicht abzuschreiben.</p>
<div id="attachment_3466" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://standpunkte.at/wp-content/uploads/2010/04/Waldek.jpg"><img class="size-full wp-image-3466" title="Gunter Waldek, Bild: Bruckneruniversität" src="http://standpunkte.at/wp-content/uploads/2010/04/Waldek.jpg" alt="Gunter Waldek, Bild: Bruckneruniversität" width="450" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">Gunter Waldek, Bild: Bruckneruniversität</p></div>
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		<title>Kirchenmissbrauch versus Familienmissbrauch</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/kirchenmissbrauch-versus-familienmissbrauch</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 07:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine merkwürdige Argumentation hat sich in das Beschwichtigungsgetue mancher Kirchenvertreter eingeschlichen: Ja, es hat Missbrauch gegeben, aber viel mehr Missbrauch geschieht in den Familien.
Abgesehen vom Statistik-Problem, dass es eben viel mehr Familien als Patres bzw. Priester gibt, lohnt sich die Frage nach dem Warum des Missbrauchs, nach Strukturen, die Missbrauch begünstigen.
Für die römisch katholische Kirche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine merkwürdige Argumentation hat sich in das Beschwichtigungsgetue mancher Kirchenvertreter eingeschlichen: <em>Ja, es hat Missbrauch gegeben, aber viel mehr Missbrauch geschieht in den Familien</em>.</p>
<p>Abgesehen vom Statistik-Problem, dass es eben viel mehr Familien als Patres bzw. Priester gibt, lohnt sich die Frage nach dem Warum des Missbrauchs, nach Strukturen, die Missbrauch begünstigen.</p>
<p>Für die römisch katholische Kirche kann man sagen, dass neben der pathologischen Haltung der Kirchenführung zur Sexualität die hierarchische und autoritäre patriarchale Struktur (sexuellen) Machtmissbrauch begünstigt bzw. herausfordert.</p>
<p>Autoritäre patriarchale Strukturen gab und gibt es auch in Familien. In den letzten Jahrzehnten wurden gegen den Widerstand christlich-konservativer Parteien Herrschafts-Prinzipien wie Autorität, Ehre, Gehorsam und die Geschlechterrollen zunehmend in Frage gestellt. Ein Verdienst der 1968-Bewegung.</p>
<p>Wenn man bedenkt, dass das Familienbild unserer Gesellschaft sehr stark vom Einfluss der römisch katholischen Kirche geprägt war, ist die eingangs beschriebene Argumentation eigentlich eine Zumutung.</p>
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		</item>
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		<title>Das Rosenkranz-Gebet</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/das-rosenkranz-gebet</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 23:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende meines Theologie-Studiums (1984) musste ich ein Praktikum in einer Pfarre absolvieren. Zum Kennenlernen der pastoralen und administrativen Arbeit in einer Pfarre.
Ich war zur Mitfeier bei einer Taufe eingeteilt. Beim anschließenden Taufmahl der offenbar kirchenfernen Taufgesellschaft sprach der etwa 10jährige Sohn Wolf ganz selbstverständlich vom Führer und dem bevorstehenden Geburtstag des Führers. Der hübschen germanischen Mutter war&#8217;s [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende meines Theologie-Studiums (1984) musste ich ein Praktikum in einer Pfarre absolvieren. Zum Kennenlernen der pastoralen und administrativen Arbeit in einer Pfarre.</p>
<p>Ich war zur Mitfeier bei einer Taufe eingeteilt. Beim anschließenden Taufmahl der offenbar kirchenfernen Taufgesellschaft sprach der etwa 10jährige Sohn <em>Wolf</em> ganz selbstverständlich vom <em>Führer </em>und dem bevorstehenden Geburtstag des <em>Führers</em>. Der hübschen germanischen Mutter war&#8217;s peinlich, der mannhafte Vater grinste gleichzeitig frech (mir gegenüber) und gütig (dem Wolf gegenüber). <em>Ja Herr Theologe, so sind wir; zwar kirchenfern, aber heimat- und volkstreu. Deutsch, national und sozialistisch</em>. Das hat er nicht gesagt, aber wohl gedacht. Geheimnis des Glaubens.</p>
<p>Der fortschrittlichste Pfarrer der Stadt war beim Essen gar nicht mehr dabei und sagte mir nachher, ich sollte ruhig erleben, womit man als Pfarrer auch konfrontiert ist. Er hatte damals keine Wahl. Wir haben sie jetzt.</p>
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		<title>Katholischer Missbrauch, verweigerte Reformen, persönliches Erleben</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/katholischer-missbrauch-verweigerte-reformen-personliches-erleben</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 23:01:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kremsmünster]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Zölibat]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein paar Zitate aus Online-Medien über die Missbrauchsgeschichten in der römisch-katholischen Kirche und die mangelhaften Reaktionen. Die Zitate betreffen einerseites die nach wie vor verweigerten Reformen rund um den Themenkomplex Sexualität und Herrschaft sowie mein eigenes persönliches Erleben als Ex-Kremsmünsterer.
Der unheilige Zölibat &#8230;
Warum nennt der Papst den angeblich &#8220;heiligen&#8221; Zölibat  noch immer ein &#8220;kostbares [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Zitate aus Online-Medien über die Missbrauchsgeschichten in der römisch-katholischen Kirche und die mangelhaften Reaktionen. Die Zitate betreffen einerseites die nach wie vor verweigerten Reformen rund um den Themenkomplex Sexualität und Herrschaft sowie mein eigenes persönliches Erleben als Ex-Kremsmünsterer.</p>
<p>Der unheilige Zölibat &#8230;</p>
<blockquote><p>Warum nennt der Papst den angeblich &#8220;heiligen&#8221; Zölibat  noch immer ein &#8220;kostbares Geschenk&#8221; und ignoriert die biblische  Botschaft, die allen Amtsträgern ausdrücklich die Ehe erlaubt? Der  Zölibat &#8220;ist nicht &#8220;heilig&#8221;, nicht einmal &#8220;selig&#8221;; er ist eher  &#8220;unselig&#8221;, insofern er zahllose gute Kandidaten vom Priestertum  ausschließt und Scharen heiratswilliger Priester aus dem Amt vertrieben  hat.</p>
<p>Das Zölibatsgesetz ist keine Glaubenswahrheit, sondern ein  Kirchengesetz aus dem 11. Jahrhundert, das bereits auf den Einspruch der  Reformatoren des 16. Jahrhunderts hin hätte aufgehoben werden sollen.</p>
<p>aus: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/948/506132/text/" target="_blank">Ratzingers  Verantwortung</a>, 17.03.2010, Ein Gastbeitrag von Hans  Küng, Süddeutsche Zeitung</p></blockquote>
<p>Der Alt-Kremsmünsterer Guido Tiefenthaler beschreibt letztlich auch meine persönliche Betroffenheit, die noch so schmerzlich wie nach 37 Jahren aufgebrochen ist. Ich hätte nie damit gerechnet, dass mich diese Sache noch einmal so emotional betreffen würde.</p>
<blockquote><p>Es ist  unfassbar &#8211; am allermeisten für mich selbst: Aber erst durch die  <a href="http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,349654" target="_blank">Aussagen meines ehemaligen S. in den OÖN </a>Klassenkollegen  wurde es mir möglich, „Kremsmünster&#8221; (Internat, aber auch Schule &#8211; die  Präfekte waren ja auch Lehrer) so zu sehen, wie es  (für mich) wirklich  war: Ein System, das Kinder brach und zum Funktionieren brachte &#8211; und  barmherzig zu Sadisten war. Ein  System, aus dem es für zehn bis  vierzehnjährige Kinder kaum ein Ausbrechen gab: Die Präfekten waren  teilweise zugleich Lehrer, Chorleiter, Jungscharleiter und Beichtväter.</p>
<p>aus: Kremsmünster: <a href="http://derstandard.at/1268700792956/Kremsmuenster-Keine-Barmherzigkeit-fuer-die-Peiniger" target="_blank">Keine Barmherzigkeit für die Peiniger</a>, von Guido Tiefenthaler  |  derstandard, 17. März 2010</p></blockquote>
<p>Meine persönliche Strategie folgte einer einfachen Beobachtung: Die Lieblinge der Präfekten waren auch jene, die missbraucht und/oder geschlagen wurden. Ich habe mich also bemüht, nicht besonders aufzufallen. Im Nachhinein betrachtet habe ich diese vier Jahre ohne persönliche Geborgenheitsbeziehung zu Erwachsenen verbracht, abgesehen von den Eltern, die alle 2-3 Wochen für ein paar Stunden besucht werden konnten. Die Freundschaften zu gleichaltrigen und auch älteren Schülern haben in meinem Fall allerdings gut funktioniert.</p>
<p>Die kranke Doppelmoral, was die ausgelebte verbotene Sexualität betrifft:</p>
<blockquote><p>Verlogener geht es wohl nicht. Jahrzehnte lang werden pädophile  Pfarrer, sobald sie überführt wurden, einfach nur versetzt &#8211; um woanders  ihr Unwesen zu treiben. Heterosexuelle Beziehungen mit Priestern werden  samt der daraus entstehenden Kinder entweder verheimlicht &#8211; oder man  outet sich und fliegt mit Trara aus allen Ämtern und bekommt &#8211; zumindest  beruflich &#8211; die Füße nicht mehr auf den Boden. &#8230;</p>
<p>Die Strukturen, die solche Straftaten und ein solches hierarchisches  Machtgefüge ermöglichen, gehören aufgeweicht, verändert. Und es  geschieht nichts.</p>
<p>aus: <a href="http://derstandard.at/1268700781414/Ein-Offener-Brief-an-den-Papst" target="_blank">Ein Offener Brief an den Papst</a>, von Klaus Thaler (Lehrer im Stiftsgymnasium Kremsmünster) |  derstandard, 17. März 2010</p></blockquote>
<p>Der strukturelle Zusammenhang zum Zölibat, der umso stärker geleugnet wird, umso höher ein Mann in der Kirchenhierarchie steht:</p>
<blockquote><p>Nicht zu bestreiten ist zwar, dass solcher Missbrauch auch in Familien,  Schulen, Vereinen und auch in Kirchen ohne Zölibatsgesetz vorkommt. Aber  warum massenhaft gerade in der von Zölibatären geleiteten katholischen  Kirche? Selbstverständlich ist nicht allein der Zölibat Schuld an diesen  Verfehlungen. Aber er ist der strukturell wichtigste Ausdruck einer  verkrampften Einstellung der katholischen Kirchenleitung zur Sexualität,  wie dies auch in der Frage der Empfängnisverhütung und anderem zum  Ausdruck kommt.</p>
<p>aus: <a href="http://derstandard.at/1267131899984/Kommentar-der-anderen-Schafft-das-Zoelibatsgesetz-ab" target="_blank">Schafft das Zölibatsgesetz ab!</a>, von Hans Küng | derstandard, 26.  Februar 2010</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Das Ende der heiligen Herrschaft</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/das-ende-der-heiligen-herrschaft</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 16:12:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ein Wort zu den strukturellen Missbräuchen in der römisch katholischen Kirche. Dem Lavieren der offiziellen Kirchenvertreter muss ich etwas entgegensetzen. Bischöfe und Kardinäle: Spart euch die verbalen Entschuldigungen und die gezeigte Betroffenheit, die einzige brauchbare Konsequenz ist Handeln:
1. Ab sofortiger Verzicht auf innerkirchliche Machtausübung auf allen Ebenen. Das bedeutet unter anderem: Der Vatikan mischt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ein Wort zu den strukturellen Missbräuchen in der römisch katholischen Kirche. Dem Lavieren der offiziellen Kirchenvertreter muss ich etwas entgegensetzen. Bischöfe und Kardinäle: Spart euch die verbalen Entschuldigungen und die gezeigte Betroffenheit, die einzige brauchbare Konsequenz ist Handeln:</p>
<p>1. Ab sofortiger Verzicht auf innerkirchliche Machtausübung auf allen Ebenen. Das bedeutet unter anderem: Der Vatikan mischt sich nicht mehr in diözesane Angelegenheiten wie Bischofsernennungen und lokalkirchliche Diskussionen ein. Der Vatikan verzichtet auf Maßregelung von Theologen nimmt die Maßregelungen der letzten Jahrzehnte zurück. Die Bischöfe mischen sich beispielsweise nicht mehr in die Besetzung von Dechanten oder Angelegenheiten der Pfarren ein. Bischöfe werden ausnahmslos in Übereinstimmung mit den Gläubigen vor Ort gewählt.</p>
<p>2. Ab sofortige Einberufung eines erweiterten Konzils, das in Kollegialität die entsprechenden strukturellen Maßnahmen und deren Umsetzung diskutiert und beschließt. Es geht um die Fragen der Gewaltenteilung und transparenter subsidiärer  Entscheidungsprozesse. Zu diesem Konzil werden auch jene TheologInnen eingeladen, die in den letzten Jahrzehnten gemaßregelt oder ruhig gestellt wurden, ebenso VertreterInnen der katholischen Laienorganisationen (insbesondere Frauen)  und der Organisation Priester ohne Amt (verheiratete Ex-Priester).</p>
<p>3. Ende der pathologischen Fixierung auf die Sexualität als zentralen  Inhalt der christlichen Botschaft. Damit verbunden sind das Ende der Abwertung der Frau und Aufhebung der Verpflichtung zum Zölibat für alle Priester und Öffnung aller kirchlichen Ämter für Frauen und Verheiratete. Rehabilitierung der verheirateten Priester mit einer Einladung, wieder als Priester zu arbeiten, soweit sie das noch wollen.</p>
<p>Nicht dass ich glaube, die Verteter der Hierarchie (=heilige Herrschaft) sind in der Lage, in diese Richtung zu denken und zu handeln. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.</p>
<div id="attachment_3399" class="wp-caption alignnone" style="width: 423px"><img class="size-full wp-image-3399 " title="dpaepabreit-1268412278" src="http://standpunkte.at/wp-content/uploads/2010/03/dpaepabreit-1268412278.jpg" alt="" width="413" height="135" /><p class="wp-caption-text">Bild: dpa</p></div>
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		<title>Autoritäre und sexuelle Kirchen-Gewalt</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 23:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Veröffentlichung des Missbrauchs an Gewalt und Sexualität im Stift Kremsmünster hat mich nach Jahrzehnten an meine dort verbrachten Jahre erinnert. Ich frage mich, warum mich das noch so aufwühlt, da ich ja von sexuellem Missbrauch verschont blieb. Der   &#8220;andere&#8221; Zorn eines Altkremsmünsterers von Josef Christian Aigner im heutigen Standard hat mir die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Veröffentlichung des Missbrauchs an Gewalt und Sexualität im Stift Kremsmünster hat mich nach Jahrzehnten an meine dort verbrachten Jahre erinnert. Ich frage mich, warum mich das noch so aufwühlt, da ich ja von sexuellem Missbrauch verschont blieb. <a href="http://derstandard.at/1268402692601/Kommentar-der-anderen-Der-andere-Zorn-eines-Altkremsmuensterers" target="_blank">Der   &#8220;andere&#8221; Zorn eines Altkremsmünsterers</a> von Josef Christian Aigner im heutigen Standard hat mir die Augen geöffnet. Es war auch die ständige Angst vor der sadistischen Gewalt. Dazu kommt der Zorn auf die Art der Reaktion der heutigen Kirchenvertreter: Herr Kardinal, die Kirche hat strukturellen Handlungsbedarf, halbherzige Entschuldigungen sind unbrauchbar. Ich zitiere diesmal etwas ausführlicher:</p>
<blockquote><p>&#8230; Dinge wie sadistische Strafpraktiken, Trommelfellverletzungen  durch Ohrfeigen, büschelweise ausgerissene Haare, schwärzeste Pädagogik  also, Einer-für-alle-Strafen und alles, &#8220;was Gott verboten hat&#8221; &#8211;  zumindest seit der Aufklärung. All das habe ich in Kremsmünster auch  erlebt. Und diese Praktiken entstammen derselben Quelle wie die  sexuellen Übergriffe: einem veralteten, menschenfeindlichen System von  Autorität und Unterwerfung, von Vertuschen und Verleugnen, wie es in  Teilen kirchlicher Organisationen zumindest bis damals an der  Tagesordnung war. Die fast ausschließliche moralistische Besinnung auf  den verdammten (!) Sex ist indirekt auch ein Vergessen jener Opfer,  denen nicht sexuell nahegetreten wurde und die dennoch schlimme Dinge  hinnehmen mussten. &#8230;</p>
<p>Die eigentlichen &#8220;Urheber&#8221; der Misere aber sind jene kirchlichen  Würdenträger bis zu jenen nach Rom, die bis heute dieses allen  wissenschaftlichen Erkenntnissen zuwiderlaufende Theater um die  menschliche Sexualität, aber auch um Macht, Autorität und Unterwerfung  aufrechterhalten und weiter verteidigen. An erster Stelle meine ich hier  Bischöfe wie Laun, Küng, Krenn oder Fischer, von denen ich im Rahmen  der Diskussionen um die Sexualerziehung schon vor Jahrzehnten teilweise  haarsträubende Dinge und menschenfeindliche Ansichten gehört habe. Aber  auch ein Kardinal Schönborn ist mit gemeint, wenn er etwa die &#8220;68-er  Karte&#8221; aus dem Hut zieht, als ob eine Bewegung zur Abschaffung der  schlimmsten angsteinflößenden Repressalien gegen sexuelles Erleben und  gegen autoritäre Anmaßungen Schuld an den Auswüchsen genau dieses  repressiven Systems sein soll!?</p>
<p><a href="http://derstandard.at/1268402692601/Kommentar-der-anderen-Der-andere-Zorn-eines-Altkremsmuensterers"> </a><a href="http://derstandard.at/1268402692601/Kommentar-der-anderen-Der-andere-Zorn-eines-Altkremsmuensterers" target="_blank">Der   &#8220;andere&#8221; Zorn eines Altkremsmünsterers</a></p>
<p>Josef Christian Aigner/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14. März 2010). Josef C. Aigner ist Erziehungswissenschafter und Psychoanalytiker,  lehrt an der Uni Innsbruck.</p></blockquote>
<p>Kein persönliches Problem, sondern ein strukturelles. 4 von 6 Patres, mit denen ich im Internat zu tun hatte, gehören zu den Tätern. Das ist keine Minderheit, das sind keine Einzelfälle. Das ist eine Konsequenz des autoritären patriarchalischen Systems.</p>
<p>Die römisch katholische Kirche ist das Symbol für diese autoritären Systeme. Sie argumentiert &#8211; natürlich wirr und verbogen  &#8211; mit Hilfe der höchsten Instanz die Legitimität solcher Systeme.</p>
<blockquote><p>Hier geht&#8217;s um das zugrunde liegende Menschen- und Gesellschaftsbild.  Das ist keine katholische Spezialität, aber etwas, das die kath. Kirche  mit Zähnen und Klauen verteidigt. <strong>Christoph Baumgarten, </strong><a rel="nofollow" href="http://derstandard.at/plink/1268402692601/15998550" target="_blank">permalink</a>, 13.03.2010  07:37 Posting auf standard.at zu Josef Aigners Artikel.</p></blockquote>
<p><em>Erziehung in einer engen, autoritären (Männer-)Institution ist per se  skandalanfällig</em>. (<a href="http://derstandard.at/1268402691666/Die-Struktur-des-Missbrauchs?_lexikaGroup=1" target="_blank">Die  Struktur des Missbrauchs, </a>rau/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14. März 2010).</p>
<p>Ich erweitere: <em>Kirche als</em> <em>autoritäre (Männer-)Institution ist per se  skandalanfällig. </em></p>
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		<title>Good church &#8211; bad church</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 23:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[bad church]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpriestertum]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zölibat]]></category>

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		<description><![CDATA[Das globale Finanzsystem wird von einer Weltsicht dominiert, die  anderswo schon überholt ist.
Es fehlt der aufklärende, korrigierende Einfluss unabhängiger Stimmen bei der Risikobewertung. (DieZEIT, Neue Wächter für die Banken, 9.3.2010, in Zusammenhang mit der Finanzkrise)
Beide Aussagen über das Finanzsystems gelten auch für die römisch katholische Kirche. Wenn Kardinal Schönborn angesichts der Flut an Vorwürfen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das globale Finanzsystem wird von einer Weltsicht dominiert, die  anderswo schon überholt ist.</p>
<p>Es fehlt der aufklärende, korrigierende Einfluss unabhängiger Stimmen bei der Risikobewertung. (DieZEIT, <a href="http://www.zeit.de/2010/10/Finanzkrise-Forum?page=all" target="_blank">Neue Wächter für die Banken</a>, 9.3.2010, in Zusammenhang mit der Finanzkrise)</p></blockquote>
<p>Beide Aussagen über das Finanzsystems gelten auch für die römisch katholische Kirche. Wenn Kardinal Schönborn angesichts der Flut an Vorwürfen über sexuellen Missbrauch durch Kirchenleute jetzt selbst den Zölibat zur Diskussion stellt, so greift das längst zu kurz.</p>
<p>Das Hauptproblem sind die autoritären Führerstrukturen, die eine Kritik und Korrektur der Hierarchie und der kirchlich-religiösen Autorität verhindern. Das  kranke Verhältnis vieler Kirchenmänner zur Sexualität ist eine weitere Facette der Tatsache, dass die Kirche &#8220;nicht von dieser Welt&#8221; ist. Beides hängt miteinander zusammen: Der Gebrauch von religiöser Autorität ermöglicht den sexuellen Missbrauch, der offizielle Umgang mit Sexualität zieht sexuell gestörte Charaktere an und fördert das Entstehen sexueller Störungen.</p>
<p>Trotz 2. Vatikanischen Konzils hat sich an der autoritär-zentralistischen kirchlichen Struktur nichts geändert, das Konzil wurde nicht ehrlich und konsequent genug verfolgt, seit Johannes Paul II sogar gezielt gestört.</p>
<p>Für die römisch katholische Kirche sehe ich einen einzigen Ausweg.</p>
<ul>
<li>Es braucht eine Art <em>Gewaltenteilung</em> zwischen den Bereichen Sozial- und Seelsorge, Theologie, Verwaltung sowie eine kirchenrechtlich nachhaltig geklärte Präsenz der kirchlichen Zivilgesellschaft</li>
<li>und ein ausgewogenes <em>Verhältnis zwischen Zentrum und Basis</em> (Bischofswahl durch die Gläubigen, Dechantenwahl im Dekanat).</li>
<li>Eine radikale <em>Reform des Priesterseins</em>: kein Pflichtzölibat für Weltpriester, Frauenpriestertum, Ende der Fixierung auf die Sexualität als zentralen &#8220;Glaubens&#8221;inhalt, Ende der Fixierung auf Kleriker.</li>
</ul>
<p>Das Kardinalskollegium wird seit Johannes Paul II systematisch gleichgeschaltet. Papst Benedikt hat 2001 die strikte Geheimhaltung von Missbrauchsfällen   angeordnet.  <em>Der Fisch stinkt vom Kopf</em>. Die Hierarchie ist zu einer Reform der Strukturen nicht in der  Lage.</p>
<p>Ich empfehle die Gründung einer <em>bad church</em>, mit einem Großteil der Hierarchie und jenen, die noch nicht in der heutigen Welt angekommen sind, um diese <em>bad church</em> dann kontrolliert in die Bedeutungslosigkeit zu versenken. Aus der verbleibenden <em>good church</em> kann sich dann wieder etwas entwickeln, was sich Kirche nennen darf.</p>
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