Archiv für die Kategorie ‘Medienkunst’

parallel movie environment

Mittwoch, 07. Januar 2009

Ein Video wird 16x parallel abgespielt, allerdings jeweils in unterschiedlicher Geschwindigkeit und sich änderndem Zoomfaktor. Gelegentlich bleiben einige der Videos stehen. Beispielclip ohne Audiotrack.

Durch die zunehmende Asynchronizität werden in jedem Augenblick verschiedene Phasen des ursprünglichen Videos gezeigt und somit wird der Gesamtcharakter bzw. die Atmosphäre des Videos verdichtet spürbar.

Videoclips

kunst sinne wahrnehmung

Dienstag, 06. Januar 2009

Was Kunst ist, darüber scheiden sich die Geister.

Mein Zugang zu dieser Frage ist pragmatisch: Kunst hat mit den Sinnen zu tun, mit der Wahrnehmung. Ich denke an (alte und neue) Musik und Klangkunst, (alte und neue) Malerie, Fotografie und visuelle Kunst, Bewegung und Tanz, Sprache, Literatur und Schauspiel, Skulptur und Architektur. Äußerungen und Botschaften werden so eingesetzt, dass sie unserer Wahrnehmung als außer-ordentlich, über Alltagsgebrauch und Alltagswahrnehmung hinausgehend, erscheinen.

Strukturierung, Wiederholung & Variation, Spannung & Dichte, Reduktion & Abstraktion sind dafür grundlegende Gestaltungsmittel. Die Möglichkeiten der Gestaltung und des Ausdrucks werden laufend erweitert, nicht zuletzt durch die technischen Entwicklungen. Künstler/innen greifen diese Entwicklungen auf und setzen sie anders ein als bisher üblich.

Je nach gewähltem Blickwinkel ist Kunst manchmal politisch, eine Reflexion der Gesellschaft, manchmal eine Reflexion der künstlerischen Mittel und Werkzeuge, manchmal eine Reflexion der Wahrnehmung, manchmal eine Reflexion des Kunstmarktes. Diese Liste ist nicht vollständig.

Beispiele aus Grafikstrukturen und Constructing Bodyportrait

Mein eigenes Kunstschaffen hat die Reflexion der menschlichen Wahrnehmung und der aktuellen technischen Möglichkeiten für Kunstschaffen zum Ausgangspunkt. In der Fotografie beschäftige ich mich in vielen Serien mit Variationen unserer Wahrnehmung, insbesondere, was wir eigentlich wahrnehmen würden, funktionierte unsere Augen/unser Gehirn wie eine Kamera. In der Medienkunst geht es mir um das Kunstschaffen mit Hilfe dynamischer Modelle aus der Mathematik bzw. der Kybernetik. In meiner Zeichnung/Malerei (Kohle bzw. Acryl) versuche ich, das durch Fotografie und Medienkunst gewonnene Verständnis handwerklich auszudrücken.

Wer will kann meiner Kunst auch einen politischen Aspekt entnehmen: Die Reflexion der Wahrnehmung kann immer auch als Kritik der herrschenden Wahrnehmung und damit der durch unsere Wahrnehmung mitkonstruierten herrschenden Verhältnisse gelten.

hoerkraft

Montag, 05. Januar 2009

Live visuals im Rahmen der hoerkraft im Juni 2004

Vier Videospuren, davon eine live aufgenommen, zwei Zeichen-Ebenen, eine Text- und eine Grafik-Ebene werden jeweils dynamischen Prozessen unterworfen und gemischt, Rhythmus der Musik und Atmosphäre im Raum wird aufgenommen – es entsteht eine mehrstündige visuelle Hypnose. Das Projekt wurde mit Max-MSP-Jitter, einer Echtzeit-Programmierumgebung für multimediale Daten, entwickelt.

26.6.2004
live musik: uwe walkner, x.i.l. und aka tell
live visuals: jomo

dissolution

Sonntag, 04. Januar 2009

Dissolution is a special way of looking at the presence of objects or people in space and time. Objects or people dissolve rather by changing color than by movement. While moving they fuse with their previous states.

Dissolution ist eigentlich ein technisches Konzept für Videoprozessing in Echtzeit: Objekte bewegen sich durch Rückkoppelung eher durch Farbverschiebung als durch Bewegung. Im Vorgang des Bewegens vermischen Objekte oder Personen ihren Zustand mit früheren Zuständen. Ein Experiment mit einer langsamen und daher überlappenden Zeitwahrnehmung.

Dissolution kann mit Live Video-Input oder mit verschiedenen Video-Clips durchgeführt werden, das Ergebnis hängt von Inhalt und Art des Vieo-Inputs ab: Langsame Bewegungen mit gutem Farb- und Helligeits-Kontrast eignen sich sehr gut. Durch die langsame Zeitwahrnehmung erhalten die Video-Clips einen ruhigen und meditativen Charakter, bei den Demo-Clips sind keine Klangspuren hinzugefügt.

dissolution_1

Videoclips

xat’on

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Eric-Satie-Nacht. Bruckner Konservatorium Linz. 1999

auf klangmaterial aus vexations wirken kräfte, deren stärken sich entlang komplexer zyklischer kurven bewegen. klänge mutieren langsam – beziehung zu vexations* entsteht und schwindet. verwandlung. intensität. meditation. ärgernis.

* gemeint ist das Klavierstück “vexations” von Eric Satie.

xat’on wurde für die Eric-Satie-Nacht am BK Linz am 8.10.99 komponiert. Im Foyer wurde die ganze Nacht “vexations” auf einem schwebendem Flügel gespielt. xat’on bezieht sich auf die vexations und verwendet als Material die Akkorde von vexations. xat’on wurde mit Max/Msp als 4-Kanal-Komposition realisiert und dauert in dieser Version 45 Minuten.

Das Klangbeispiel ist als Stereoversionen bezüglich der Raumwirkung reduziert.
Weiters fehlt die Live-Einspielung von vexations aus dem Foyer des Bruckner Konservatoriums.

Klangbeispiel vexations