Archiv für die Kategorie ‘Medienkunst’

feedback structures

Freitag, 30. Januar 2009

feedback structures sind mehrstufig vernetzte Rückkoppelungsstrukturen, in die beliebige Audio-Files geschickt werden. Die Rückkoppelungszeiten sind von etwa 2 Sekunden bis 40 Sekunden abgestuft, die Intensität der einzelnen Rückkoppelungsebenen ist interaktiv wähl- und veränderbar. Ein dynamischer Generator steuert die Prozesse automatisch, nachdem man Folder für Gruppen von Audiofiles ausgewählt hat. Echtzeitklangkomposition.

Klangbeispiele

Feedback structures 1
Feedback structures 2
Feedback structures 3

Dynamische Rote Quadrate

Montag, 26. Januar 2009

Eine kleine Spielerei mit roten Quadraten. Sie bewegen sich in gleichmäßigem Tempo orthogonal zu den horizontalen und vertikalen Achsen, von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten. Damit knüpfe ich an eine Tradition aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an: Zahlreiche Künstler/innen greifen zu (strengen) geometrischen Formen. In meinem Fall erweitert um den Faktor Bewegung.

Dieses Video ist ein statischer Ausschnitt einer grafischen Echtzeit-Programmierung. Der strenge Ablauf könnte noch verallgemeinert werden: Bewegung nicht nur orthogonal, Quadratlage schwankend bzw. mit Drehung, variables Tempo, Größenveränderung während der Sichtbarkeit von Quadraten. Und natürlich andere Farben. Als Anregung für meine Realtime Processing-Student/innen.

parallel movie environment

Mittwoch, 07. Januar 2009

Ein Video wird 16x parallel abgespielt, allerdings jeweils in unterschiedlicher Geschwindigkeit und sich änderndem Zoomfaktor. Gelegentlich bleiben einige der Videos stehen. Beispielclip ohne Audiotrack.

Durch die zunehmende Asynchronizität werden in jedem Augenblick verschiedene Phasen des ursprünglichen Videos gezeigt und somit wird der Gesamtcharakter bzw. die Atmosphäre des Videos verdichtet spürbar.

Videoclips

kunst sinne wahrnehmung

Dienstag, 06. Januar 2009

Was Kunst ist, darüber scheiden sich die Geister.

Mein Zugang zu dieser Frage ist pragmatisch: Kunst hat mit den Sinnen zu tun, mit der Wahrnehmung. Ich denke an (alte und neue) Musik und Klangkunst, (alte und neue) Malerie, Fotografie und visuelle Kunst, Bewegung und Tanz, Sprache, Literatur und Schauspiel, Skulptur und Architektur. Äußerungen und Botschaften werden so eingesetzt, dass sie unserer Wahrnehmung als außer-ordentlich, über Alltagsgebrauch und Alltagswahrnehmung hinausgehend, erscheinen.

Strukturierung, Wiederholung & Variation, Spannung & Dichte, Reduktion & Abstraktion sind dafür grundlegende Gestaltungsmittel. Die Möglichkeiten der Gestaltung und des Ausdrucks werden laufend erweitert, nicht zuletzt durch die technischen Entwicklungen. Künstler/innen greifen diese Entwicklungen auf und setzen sie anders ein als bisher üblich.

Je nach gewähltem Blickwinkel ist Kunst manchmal politisch, eine Reflexion der Gesellschaft, manchmal eine Reflexion der künstlerischen Mittel und Werkzeuge, manchmal eine Reflexion der Wahrnehmung, manchmal eine Reflexion des Kunstmarktes. Diese Liste ist nicht vollständig.

Beispiele aus Grafikstrukturen und Constructing Bodyportrait

Mein eigenes Kunstschaffen hat die Reflexion der menschlichen Wahrnehmung und der aktuellen technischen Möglichkeiten für Kunstschaffen zum Ausgangspunkt. In der Fotografie beschäftige ich mich in vielen Serien mit Variationen unserer Wahrnehmung, insbesondere, was wir eigentlich wahrnehmen würden, funktionierte unsere Augen/unser Gehirn wie eine Kamera. In der Medienkunst geht es mir um das Kunstschaffen mit Hilfe dynamischer Modelle aus der Mathematik bzw. der Kybernetik. In meiner Zeichnung/Malerei (Kohle bzw. Acryl) versuche ich, das durch Fotografie und Medienkunst gewonnene Verständnis handwerklich auszudrücken.

Wer will kann meiner Kunst auch einen politischen Aspekt entnehmen: Die Reflexion der Wahrnehmung kann immer auch als Kritik der herrschenden Wahrnehmung und damit der durch unsere Wahrnehmung mitkonstruierten herrschenden Verhältnisse gelten.

hoerkraft

Montag, 05. Januar 2009

Live visuals im Rahmen der hoerkraft im Juni 2004

Vier Videospuren, davon eine live aufgenommen, zwei Zeichen-Ebenen, eine Text- und eine Grafik-Ebene werden jeweils dynamischen Prozessen unterworfen und gemischt, Rhythmus der Musik und Atmosphäre im Raum wird aufgenommen – es entsteht eine mehrstündige visuelle Hypnose. Das Projekt wurde mit Max-MSP-Jitter, einer Echtzeit-Programmierumgebung für multimediale Daten, entwickelt.

26.6.2004
live musik: uwe walkner, x.i.l. und aka tell
live visuals: jomo