<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Standpunkte von Johann Moser &#187; Bildung</title>
	<atom:link href="http://standpunkte.at/index.php/kategorie/bildung/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://standpunkte.at</link>
	<description>mag. johann moser</description>
	<lastBuildDate>Fri, 06 Aug 2010 13:31:11 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Bildungskritiker: Ignoranz und Planlosigkeit?</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/bildungskritiker-ignoranz-und-planlosigkeit</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/bildungskritiker-ignoranz-und-planlosigkeit#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 15:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Computereinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Informatik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=3620</guid>
		<description><![CDATA[Der Neurowissenschafter (Uni-Klinik Ulm) Manfred Spitzer kritisiert in einem Interview im Standard das (aktuelle? deutsche?) Bildungssystem und schießt sehr undifferenziert auf die Lehrenden:
Schauen Sie sich den Umgang mit Computern an. Man erhoffte sich, dass die Schulleistungen durch die Einführung von Computern an den Schulen besser werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Leistungen werden schlechter. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Neurowissenschafter (Uni-Klinik Ulm) Manfred Spitzer kritisiert in einem Interview im <em>Standard</em> das (aktuelle? deutsche?) Bildungssystem und schießt sehr undifferenziert auf die Lehrenden:</p>
<blockquote><p>Schauen Sie sich den Umgang mit Computern an. Man erhoffte sich, dass die Schulleistungen durch die Einführung von Computern an den Schulen besser werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Leistungen werden schlechter. Wenn man Informationstechnik einführt, sollte ein klares Konzept dahinterstehen. Das gab es bisher nicht. Die Lehrer konnten gar nicht wissen, was sie mit den Computern tun sollten.<br />
&#8220;<a href="http://derstandard.at/1277336755590/STANDARD-Interview-Bildung-ist-so-wichtig-wie-Luft" target="_blank"><em>Bildung  ist so wichtig wie Luft</em></a>&#8220;, derstandard, 25. Juni  2010</p></blockquote>
<p>Auch von anderer Seite wird immer wieder der mangelnde Computereinsatz beklagt. Nun unterrichte ich seit mehr als zwei Jahrzehnten in einem Schultyp (Handelsakademie: Berufsbildende Höhere Schule mit wirtschaftlichem Schwerpunkt), an dem es bereits in den 1980er-Jahren eine breitgefächerte Informatik-Ausbildung gab: In Textverarbeitung lernt man das 10-Finger-System sowie den Umgang mit gängiger Textverarbeitungs-, Präsentations- und Desktopspublishing-Software. Das Fach Wirtschaftsinformatik lehrt Betriebssystemverwaltung, Tabellenkalkulation mit Einsatz von Schriftsprachen (VBA). Mittlerweile bieten wir einen Zweig mit Multimedia und Webdesign an und man lernt dort Bild-, Audio-, Videobearbeitung und Animation sowie die wichtigsten Aspekte von Webdesign (Gestaltung, Datenbankprogrammierung, CMS, Podcasting und SocialMediaMarketing). Seit etwa 2 Jahrzehnten setze ich den Computer regelmäßig im Mathematik-Unterricht ein, für Visualisierung, experimentelles Arbeiten und Recherche.</p>
<p>Manfred Spitzer forscht und arbeitet im Bereich Neurowissenschaften und Lernen. Ich emfehle ihm, sich in öffentlichen Äußerungen auf sein Arbeitsgebiet zu beschränken und lieber das Bildungssystem mit Ergebnissen und Denkanstößen aus seiner Forschung zu bereichern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/bildungskritiker-ignoranz-und-planlosigkeit/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Beobachtungen und Schlussfolgerungen eines Reifeprüfenden</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/beobachtungen-und-schlussfolgerungen-eines-reifeprufenden</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/beobachtungen-und-schlussfolgerungen-eines-reifeprufenden#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 16:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Matura]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=3611</guid>
		<description><![CDATA[Ein für mich als Pädagoge interessanter Aspekt meiner Arbeit ist es, junge Leute bei der Entwicklung zu Persönlichkeiten zu beobachten. Die öffentliche Reifeprüfung stellt (meist) den vorläufigen Abschluss dieser beobachteten Entwicklung dar.
Bei der schriftlichen Reifeprüfung war eine gemischte Aufgabenstellung aus Multimedia, Webdesign und Softwareentwicklung zu bewältigen. In meinem Bereich habe ich eine Fragestellung mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein für mich als Pädagoge interessanter Aspekt meiner Arbeit ist es, junge Leute bei der Entwicklung zu Persönlichkeiten zu beobachten. Die öffentliche Reifeprüfung stellt (meist) den vorläufigen Abschluss dieser beobachteten Entwicklung dar.</p>
<p>Bei der schriftlichen Reifeprüfung war eine gemischte Aufgabenstellung aus Multimedia, Webdesign und Softwareentwicklung zu bewältigen. In meinem Bereich habe ich eine Fragestellung mit einer Mischung aus Gestaltung (CSS), interaktiven Elementen (Javascript) und Datenbankprogrammierung (PHP) entwickelt. Um sehr gute Leistungen von durchschnittlichen unterscheiden zu können, gibt es bei immer auch einen Bereich, der Kombination gelehrter Aspekte und ein bisschen eigenständige Ansätze erfordert. Was man brav lernen kann, wurde großteils bewältigt, eigenständige Anwendungen der Kenntnisse schaffen nur wenige.</p>
<p>Nach den ersten beiden von vier Tagen der mündlichen Reifeprüfung komme ich zu folgender Wahrnehmung: Ein meiner Meinung nach zu hoher Anteil der Schüler/innen zeigt eine mangelnde Bereitschaft bzw. Fähigkeit zur Reflexion. Dafür wird gerne &#8220;Wissen&#8221; reproduziert, wenn auch teilweise oberflächlich. Lernende verwenden Begriffe, ohne eine Vorstellung von deren Bedeutung zu haben: <em>Burka, Frauenquote (!), Ehevertrag, Obsorge, Unterhalt, Vektorgrafik, …</em> Ich frage mich, welche Konsequenzen das auch für meinen eigenen Unterricht haben muss: mehr Individualisierung des Unterrichts mit gleichzeitig stärkerer Betonung der Eigentätigkeit von SchülerInnen im Erwerb von Wissen und Kompetenzen mit Anleitung und Betreuung während des Unterrichts.</p>
<p>Ein merkwürdiges Ereignis möchte ich noch erwähnen: Nach 25jähriger Dienstzeit und etwa 23 Jahren als Reife-Prüfender habe ich wieder einmal davon geträumt, selbst die Matura ablegen zu müssen. Und zwar nicht in meinen Fächern, sondern im Fach <em>Rechnungswesen</em>. Thema war das Erklären des Bilanz-Schemas mit Aktiva und Passiva. Erfreulicherweise habe ich die Matura bestanden, da ich als Geschäftsführer der <em>Neuen Energie GmbH</em> jährlich mit unserer Bilanz befasst bin und sie dem Beirat der atypisch stillen Gesellschafter vorstellen muss. Klar hat mich das gefreut.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/beobachtungen-und-schlussfolgerungen-eines-reifeprufenden/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Konstruktivismus und Standardisierung</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/konstruktivismus-und-standardisierung</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/konstruktivismus-und-standardisierung#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 16:25:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Standardisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=3229</guid>
		<description><![CDATA[Ein einigermaßen aktueller Titel zur Thematik des Lehrens und Lernens* geht davon aus, dass man auf dem Hintergrund systemisch-konstruktivistischer Didaktik und mancher Ergebnisse der Hirnforschung lehren und lernen neu denken muss.
Vielmehr zeigen die Einblicke, die uns die Hirnforschung in diese Systemik gibt, dass die mechanistische Didaktik, die auf Einheit, Inputsteuerung und Standardisierung setzt, immer schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein einigermaßen aktueller Titel zur Thematik des Lehrens und Lernens* geht davon aus, dass man auf dem Hintergrund systemisch-konstruktivistischer Didaktik und mancher Ergebnisse der Hirnforschung lehren und lernen neu denken muss.</p>
<blockquote><p>Vielmehr zeigen die Einblicke, die uns die Hirnforschung in diese Systemik gibt, dass die mechanistische Didaktik, die auf <em>Einheit, Inputsteuerung und Standardisierung</em> setzt, immer schon unrealistisch war, &#8230; da diese Steuerungen vielfach an dem vorbeizielen, was machbar und erwartbar ist, und vielfach fokussieren sie nicht auf die spezifischen Potenziale und Möglichkeiten der Lernenden. (S 120)</p></blockquote>
<p><em>»Abschiedungspunkt«</em> ist unter anderem</p>
<blockquote><p>Lernen im Gleichschritt (bzw. die Vorstellung von der notwendigen Synchronizität des Lernens), d.h. die Vorstellung, dass die Parallelschaltung von individuellen Lernprozessen (im Klassenverband, im Jahrgang) ein notwendiges universales Muster von Schule zu sein habe. (S 128)</p></blockquote>
<p>Die Widersprüche haben auch bisher die <em>Anordner </em>im Schulsystem nicht zum Nachdenken gebracht: Sie propagieren <em>offenes Lernen</em> und fordern gleichzeitig die jahrgangweise gemeinsame schriftliche Prüfungen mit gleichen Fragen zur gleichen Zeit. Übrigens ohne irgendeine Art der Reflexion unterschiedlicher Ergebnisse dieser Prüfungen anzustellen.</p>
<p>Angesichts der didaktischen Forschung sehen die verordneten &#8220;Reformen&#8221; im Schulsystem sehr alt aus.</p>
<p>* Rolf Arnold, Ich lerne, also bin ich. Carl-Auer-Systeme-Verlag, Heidelberg, 2007.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/konstruktivismus-und-standardisierung/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fremdwörter &#124; Fremdmenschen</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/fremdwoerter-fremdmenschen</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/fremdwoerter-fremdmenschen#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 07:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Interkulturalität]]></category>
		<category><![CDATA[Mein Wort zum Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Fremde]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Xenophobie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=3086</guid>
		<description><![CDATA[0]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Fremdwörter? Es gibt keine Fremdwörter. Es gibt nur einen Mangel an sprachlichem Aneignungsdrang. (Botho Strauß, Vom Aufenthalt, Hanser Verlag, 2009, S 112)</p></blockquote>
<p>Wenn man an mehreren Büchern gleichzeitig liest, gibt es interessante Ko-Inzidenzen.</p>
<blockquote><p>Die Xenophobie, so scheint Herodot [Anmerkung: ca. 450 v.Chr.] zu sagen, ist eine Krankheit der Ängstlichen, jener, die an Minderwertigkeitskomplexen leiden, die vor dem Gedanken zurückschrecken, dass sie sich im Spiegel der Kulturen der Anderen betrachten müssen. (Ryszard Kapuściński, Der Andere, edition suhrkamp, 2008, S 16)</p></blockquote>
<p>Botho Strauß übertreibt. Fremdwörter sind die Fremden unter den Wörtern, die sich nicht ganz assimiliert haben. Das sind jene Wörter, die unsere Sprache bereichern, sie um Aspekte ergänzen, die man in unserer Sprache sonst umständlicher ausdrücken müsste. Diese Fremdwörter rufen uns in Erinnerung, dass es auch andere Sprachen gibt, dass unsere Sprache aus anderen Sprachen entstanden ist, dass Sprache in Bewegung ist.</p>
<p>Herodot schreibt über den Menschen. Über den neugierigen Menschen, der gerne reist.</p>
<blockquote><p>Er möchte den Anderen kennenlernen, weil er begreift, dass er, um sich selber besser erkennen zu können, die Anderen kennenlernen muss, weil sie der Spiegel sind, in dem wir uns selbst sehen, er weiß, dass er, um sich selbst besser verstehen zu können, die Anderen besser verstehen muss, dass er sich mit ihnen vergleichen, messen, konfrontieren muss. (Ryszard Kapuściński, Der Andere, S 15/16)</p></blockquote>
<p>Wenn ich die aktuelle Xenophobie in Österreich (in ganz Europa) unter diesem Gesichtspunkt betrachte, dann scheint es, <em>wir</em> haben Angst, uns in diesen Spiegel zu sehen, uns selbst kennen zu lernen.</p>
<p>Was ängstigt uns? Unserer Alltagsrassismus? Unser leichtfertiges politisches Wahlverhalten? Unsere Untertanen-Mentalität? Unsere mangelnden (Deutsch-)Sprachfähigkeiten? Dass wir keine Bücher lesen? Dass wir<em> </em> von unserer zeitgenössischen Kultur nichts verstehen und auch gar nichts wissen wollen?</p>
<p>Zu biblischen Zeiten war der Fremde der Gast. In Analogie zu Botho Strauß: <em>Fremde? Es gibt nur einen mangelnden kulturellen Aneignungsdrang.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/fremdwoerter-fremdmenschen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gendergerechte Sprache?</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/gendergerechte-sprache</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/gendergerechte-sprache#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 21:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Interkulturalität]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=3116</guid>
		<description><![CDATA[Ein merkwürdiges Fallbeispiel zum Thema gendergerechte Sprache.
Meine Frau erlebt an der UNI einen Vortrag einer Sozio-Linguistin (Sprachwissenschafterin). Diese spricht von sich immer als Sozio-Linguist (in der männlichen Form) und auf eine diesbezügliche Frage meiner Frau nach dem Vortrag erklärt sie, dass sie das absichtlich macht, weil sie das gendergerechte Sprechen nicht mag. So weit so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein merkwürdiges Fallbeispiel zum Thema gendergerechte Sprache.</p>
<p>Meine Frau erlebt an der UNI einen Vortrag einer <em>Sozio-Linguistin</em> (<em>Sprachwissenschafterin</em>). Diese spricht von sich immer als Sozio-Linguist (in der männlichen Form) und auf eine diesbezügliche Frage meiner Frau nach dem Vortrag erklärt sie, dass sie das absichtlich macht, weil sie das gendergerechte Sprechen nicht mag. So weit so gut.</p>
<p>Meine Frau erzählt mir daheim, dass sie einen interessanten Vortrag eines Sozio-Linguisten (in der männlichen Form) gehört hat und dieser Sprachwissenschafter viel Erfahrung hat. In mir entsteht logischerweise (und meines Erachtens richtigerweise) das Bild eines männlichen Referenten.</p>
<p>Diese Geschichte zeigt, dass ein Mindestmaß an sprachlicher Differenzierung nowendig ist, um (Gender-)Sachverhalte richtig zu transportieren. Wenn <em>eine</em> Frau von sich spricht oder wenn von nur <em>einer</em> Frau die Rede ist, dann ist einzig die <em>weibliche</em> Form sprachlich richtig. Egal ob der weibliche Sozio-Linguist das so will, ob der weibliche Architekt das so will, ob der weibliche Deutsch-Lehrer das so will, ob der weibliche Chef das so will. Weil man sich sonst nie Wissenschafterinnen, Architektinnen oder Chefinnen vorstellen kann.</p>
<p>Man muss es nicht übertreiben. Aber wenn eine Projektgruppe an der Schule nur aus Schüler<em>innen</em> besteht, die unter sich von sich in der männlichen Form reden, dann irritiert mich das und ich weise sie (liebevoll) darauf hin. Die (sozial) Begabteren verstehen das.</p>
<p>Noch was: Ich bin <em>der</em> Gender-Beauftragte an unserer Schule. Und ja, sowas gibt es.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/gendergerechte-sprache/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Notizen zum Laptop-Unterricht</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/notizen-zum-laptop-unterricht</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/notizen-zum-laptop-unterricht#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 15:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Laptop]]></category>
		<category><![CDATA[Laptop-Klassen]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.jomo.org/?p=2015</guid>
		<description><![CDATA[An meiner Schule (HAK) gibt es etlichen Jahren sogenannte Laptop-Klassen. Schüler/innen wählen gegen Ende der zweiten Klasse HAK im Alter von etwa 15/16 Jahren ihren Ausbildungszweig. Im Zweig Informationstechnologie (Multimedia, Webdesign und Software) entscheiden sich Schüler/innen für den Laptop. Sie erhalten von ihren Eltern einen eigenen Laptop, den sie täglich in den Unterricht mitnehmen, am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An meiner Schule (HAK) gibt es etlichen Jahren sogenannte Laptop-Klassen. Schüler/innen wählen gegen Ende der zweiten Klasse HAK im Alter von etwa 15/16 Jahren ihren Ausbildungszweig. Im Zweig <em>Informationstechnologie (Multimedia, Webdesign und Software) </em>entscheiden sich Schüler/innen für den Laptop. Sie erhalten von ihren Eltern einen eigenen Laptop, den sie täglich in den Unterricht mitnehmen, am Tisch haben und damit arbeiten, also hauptsächlich spielen. Die Schule stellt die Infrastruktur zur Verfügung: größere Tische, Netzwerkverkabelung und Stromanschlüsse, Router und WLAN.</p>
<p>Der Unterricht sollte dadurch moderner gestaltet und computergestützt ablaufen. In der Praxis sehe ich eine (teils massive) Verschlechterung der Schülerleistungen. Das hat mehrere Gründe.</p>
<p>Wir Lehrer/innen haben es verabsäumt, uns systematisch und gemeinsam didaktisch mit dem Computereinsatz zu beschäftigen und die Situation zu reflektieren. Ich habe das von Beginn an eingefordert, wurde aber nicht unterstützt.</p>
<p>Die Motivation von Schüler/innen für diesen Zweig ist zwiespältig. Die Fachrichtung ist inhaltlich (und personell) interessant, kommt Interessen von Jugendlichen entgegen und wird auch von der Wirtschaft mit guten Weiterbildungs- und Jobaussichten empfohlen. Dazu kommt das Argument, von den Eltern einen eigenen Laptop zu erhalten. Eine weitere Schülermotivation ist es, miteinander vernetzt zu sein und jede Menge Spiele zu spielen bzw. im Laptop eine Art institutionalisierter Ablenkung vom Unterrichtsgeschehen zu sehen.</p>
<p>Der Laptop ist nicht, wie manchmal gut gemeint, ein erweiterter Taschenrechner bzw. ein anderes technisches Hilfsmittel. Er ist vor allem ein Hypnose-Kasten, der die Hypnosefunktion des Fernsehgeräts weitaus überragt. Der (permanente) Einsatz von Laptops benötigt daher vor allem willensstarke und ausgeglichene Persönlichkeiten.</p>
<p>Interessanterweise bevölkern die Laptop-Klassen stärker Burschen als Mädchen, überwiegend leistungsschwache Schüler/innen bzw. solche mit einem geringen Grad an Eigenmotivation. In dieser Konstellation ist es äußerst schwierig und mühsam, als Lehrkraft für entsprechende Konzentration zu sorgen.</p>
<p>Diese Problematik ist nicht schulspezifisch, auch an anderen ähnlichen Schulen gibt es vergleichbare Probleme. Lösungsansätze sind etwa Laptop-freie Tage (oft hinderlich für einzelne Unterrichtsstunden, in denen der Laptop konstruktiv genutzt wird) oder Reglements für einzelne besonders schwierige Schüler. Angedacht sind Aufnahmegespräche mit gemeinsamer Bewertung der Reife von Schüler/innen bzw. ein Ranking von begrenzten Plätzen nach Notendurchschnitt. Eine andere Möglichkeit wäre, den Einsatz des Laptops um ein Schuljahr zu verschieben und von der (dann erwiesenen) Leistungsbereitschaft der Schüler/innen abhängig zu machen.</p>
<p>An unserer Schule haben wir jetzt einen Arbeitskreis mit drei Lehrern und drei Schüler/innen eingerichtet, die das Problem und mögliche Lösungen/Maßnahmen miteinander diskutieren. Eine <em>österreichische</em> Lösung?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/notizen-zum-laptop-unterricht/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Besuch im Audimax</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/besuch-im-audimax</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/besuch-im-audimax#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 15:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=2648</guid>
		<description><![CDATA[Kürzlich konnte ich am Wochenende den besetzten Hörsaal Audimax an der UNI Wien besuchen. Der  Eindruck aus der Ferne (und aus dem Video-Livestream) hat sich bestätigt: eine gute Atmosphäre, alle möglichen engagierten Student/innen, Dutzende Arbeitsgruppen, ernsthaftes Ringen um Positionen. Dass die Forderungen der Student/innen zumindest von einem Teil der Bevölkerung unterstützt werden, zeigt unter anderem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich konnte ich am Wochenende den besetzten Hörsaal Audimax an der UNI Wien besuchen. Der  Eindruck aus der Ferne (und aus dem <a href="http://unsereuni.at/" target="_blank">Video-Livestream</a>) hat sich bestätigt: eine gute Atmosphäre, alle möglichen engagierten Student/innen, Dutzende Arbeitsgruppen, ernsthaftes Ringen um Positionen. Dass die Forderungen der Student/innen zumindest von einem Teil der Bevölkerung unterstützt werden, zeigt unter anderem die Unterstützung der <em>Volxsküche</em>. Zahlreiche Firmen spenden laufend Lebensmittel, die vom Team der <em>Volxsküche</em> laufend verarbeitet werden. Die gute kulinarische Versorgung leistet sicher einen positiven Beitrag zur Stimmung. Insofern ist die (scherzhaft geäußerte) Ansage, <em>solange genug zum Essen da ist, besetzen wir weiter,</em> durchaus verständlich.</p>
<p>Man kann nur davon träumen, dass in Regierung, Schulverwaltung und in anderen Problemfeldern des öffentlichen Lebens ebenso gut gearbeitet wird. Partnerschaftliches Verhalten, zuhören, abwägen, argumentieren, kein herablassendes Von-oben-herab. Bravo!</p>

<div class="ngg-galleryoverview" id="ngg-gallery-37-2648">


	
	<!-- Thumbnails -->
		
	<div id="ngg-image-223" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/dscn5020.jpg" title=" " class="shutterset_set_37" >
								<img title="dscn5020" alt="dscn5020" src="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/thumbs/thumbs_dscn5020.jpg" width="120" height="90" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-224" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/dscn5022.jpg" title=" " class="shutterset_set_37" >
								<img title="dscn5022" alt="dscn5022" src="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/thumbs/thumbs_dscn5022.jpg" width="120" height="90" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-225" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/dscn5027.jpg" title=" " class="shutterset_set_37" >
								<img title="dscn5027" alt="dscn5027" src="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/thumbs/thumbs_dscn5027.jpg" width="120" height="90" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-226" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/dscn5028.jpg" title=" " class="shutterset_set_37" >
								<img title="dscn5028" alt="dscn5028" src="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/thumbs/thumbs_dscn5028.jpg" width="120" height="90" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-227" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/dscn5035.jpg" title=" " class="shutterset_set_37" >
								<img title="dscn5035" alt="dscn5035" src="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/thumbs/thumbs_dscn5035.jpg" width="120" height="90" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-228" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/dscn5024.jpg" title=" " class="shutterset_set_37" >
								<img title="dscn5024" alt="dscn5024" src="http://standpunkte.at/wp-content/gallery/audimax/thumbs/thumbs_dscn5024.jpg" width="120" height="90" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 	 	
	<!-- Pagination -->
 	<div class='ngg-clear'></div>
 	
</div>


]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/besuch-im-audimax/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Medienspiegel Studienproteste</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/medienspiegel-studienproteste</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/medienspiegel-studienproteste#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 22:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=2617</guid>
		<description><![CDATA[Die Proteste der Student/innen sind seit zwei Wochen auf den Titelseiten aller Zeitungen. Nach anfänglichem Ignorieren und Belächeln haben Anzahl und Ernsthaftigkeit der Kommentare zugenommen.
Ein paar Kommentare in der aktuellen &#8220;Die Furche&#8221; zeigen, dass auch konservative JournalistInnen differenziert über die Proteste und die Missstände an den Universitäten denken können. Wenn ich an einzelne Kommentare in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Proteste der Student/innen sind seit zwei Wochen auf den Titelseiten aller Zeitungen. Nach anfänglichem Ignorieren und Belächeln haben Anzahl und Ernsthaftigkeit der Kommentare zugenommen.</p>
<p>Ein paar Kommentare in der aktuellen &#8220;<em>Die Furche</em>&#8221; zeigen, dass auch konservative JournalistInnen differenziert über die Proteste und die Missstände an den Universitäten denken können. Wenn ich an einzelne Kommentare in der <em>Presse</em> denke, wird mir eher schlecht: Diese (Chef)Redakteure sind ähnlich ignorant wie die Regierenden. Wobei es in der <em>Presse</em> durchaus wohlwollende Journalist/innen gibt, wie der Live-Chat (<em><a title="öffnen" href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/518460/index.do?from=suche.intern.portal" target="_blank">Audimax-Besetzer: &#8220;Bei uns kann sich jeder einbringen&#8221;</a></em>) zeigt.</p>
<p>Otto Friedrich (<em>Die Furche</em>) zieht eine Parallele zur Antiatombewegung gegen Zwentendorf und zur Besetzung der Hainburger Au. Und freut sich über den Kommunikationstechnologie-Einsatz der Studierenden<span style="font-family: Georgia;">.</span></p>
<blockquote><p><span style="font-family: Georgia;">Denn seit Jahr und Tag war klar, dass Österreichs Hohe Schulen weder finanziell noch strukturell noch inhaltlich fit sind. Typisch österreichisch: Die Politik brachte dies ebensowenig wie die Betroffenen so stark ins Spiel, dass es auch zum Thema für den öffentlichen Diskurs taugte. Dabei steht mit dem tertiären Bildungsbereich viel von der Zukunft Österreichs auf dem Spiel.</span><a title="Furche.at - Thema 1202" href="http://www.furche.at/system/showthread.php?t=1202" target="_blank"><br />
Die Kraft des Paradoxen</a>, Otto Friedrich, www.furche.at, 5.11.2009</p></blockquote>
<p>Auch Raimund Lang (<em>Die Furche</em>) findet argumentativ Verständnis für die Studentenproteste und schreibt über berechtigte Forderungen.</p>
<blockquote><p><span style="font-family: Georgia;">Ja darf man denn so etwas? Da besetzt eine Gruppe junger Menschen Wiens größten Hörsaal. Sie organisieren Vorträge, Filmabende und stellen einen Küchenbetrieb auf die Beine. Sie besitzen die Dreistigkeit, eine Verbesserung der Studienbedingungen zu fordern. Und statt mit Pflastersteinen Scheiben einzuwerfen, diskutieren sie basisdemokratisch, was das Zeug hält.<br />
Die Studentenproteste des Oktober 2009 sind ein Novum. Sie sind nicht Resultat akkordierter Planung, sondern Ausdruck eines spontanen Handlungsbedürfnisses engagierter Individuen. Sie haben sich nicht sofort wieder aufgelöst, sondern sich auf Österreich ausgeweitet. Da steckt Frust dahinter. Eine tief empfundene Hilflosigkeit. Das Gefühl, von der Politik im Stich gelassen zu sein. Die Forderungen der mittlerweile zu einer Art Organisation gereiften Aktivisten sind vage genug, um nicht am Abstimmungsritual zu scheitern. Andererseits so konkret, dass man sich ihnen inhaltlich stellen kann.</span><a title="Furche.at - Thema 1198" href="http://www.furche.at/system/showthread.php?t=1198" target="_blank"><br />
Oktoberrevolution im Hörsaal</a>, Raimund Lang, www.furche.at, 5.11.2009</p></blockquote>
<p>Jeannine Hierländer und Nicole Stern (<em>Die Presse</em>) haben offenbar das Gespräch mit StudentInnen gesucht und nehmen konkrete Missstände an den UNIs zur Grundlage ihres Berichts:</p>
<blockquote><p>Zuhören auf den Stufen. &#8230;  Anna erzählt: „Die Professoren kennen einen nicht.“ Auch in den Übungen, die eigentlich dazu da wären, den Vorlesungsstoff zu vertiefen, sei das kaum besser. Einmal habe ein Kollege den Vortragenden gebeten, lauter zu sprechen. Seine Reaktion: „Setzen Sie sich vorne auf die Stufen, dann verstehen Sie mich.“ „Das sind so Sachen, über die man sich ärgert.“<br />
<a title="öffnen" href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/520294/index.do?from=suche.intern.portal" target="_blank">Studentenleben: &#8220;Man muss um jeden Platz kämpfen&#8221;</a>, 07.11.2009 | von Jeannine Hierländer und Nicole Stern (Die Presse.com)</p></blockquote>
<p>Lesenswert ist auch Günter Traxler (derStandard). Sehr pointiert erinnert er die Politiker daran, dass sie selbst diese Missstände erzeugt haben und zeigt auf, wie unpassend die Reaktionen der zuständigen Politiker sind.</p>
<blockquote><p>Die ÖVP ist beleidigt, dass die Studierenden die Folgen jener Reformen, denen die Zuspitzung der Verhältnisse ins Unerträgliche zu verdanken ist, nicht in der gebotenen Demut hinnehmen, sondern die Probleme artikulieren &#8211; und damit auch noch breite Zustimmung ernten. Und das, ohne den Amtsweg über die Hochschülerschaft zu beschreiten, mit deren Funktionären sich Regierungsmitglieder ein Gespräch gerade noch vorstellen können, sondern in frecher Selbstorganisation.<a title="öffnen" href="http://derstandard.at/1256744146332/Laestige-Jugend?_lexikaGroup=1" target="_blank"><br />
Lästige Jugend</a>, Günter Traxler/DER STANDARD-Prinstausgabe, 6. November 2009</p></blockquote>
<p>Während unter den JournalistInnen die Sympathie mit den Studierenden wächst, zeigte der nächste Regierungsvertreter nach Hahn und Faymann, dass er für sein Amt nicht geeignet und hochgradig überfordert ist. Anstelle von Problemlösungskompetenz tritt die Beschimpfung der Betroffenen.</p>
<blockquote><p>ÖVP-Chef Josef Pröll geht indes zum Angriff auf die Studenten über, die den größten Hörsaal der Universität Wien seit über zwei Wochen besetzt halten, um für bessere Studienbedingungen zu protestieren. &#8220;Ich werde nicht zulassen, dass lautstarke Gruppen versuchen, die Politik, das Land und die Steuerzahler in Geiselhaft zu nehmen&#8221;, sagte der Finanzminister der Tageszeitung &#8220;Österreich&#8221;.<a title="öffnen" href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/520345/index.do?from=suche.intern.portal" target="_blank"><br />
Audimax-Besetzer kündigen Volksbegehren an</a>, 07.11.2009 | 19:31 |  		 		   		 (DiePresse.com)</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/medienspiegel-studienproteste/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Beschränkung!</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/beschrankung</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/beschrankung#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 21:14:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=2623</guid>
		<description><![CDATA[Das heutige Einserkastl von RAU mit dem Titel &#8220;Beschränkte Lösungen&#8221; ist so treffend, dass ich es hier zitieren muss:
&#8230; in Österreich wählt man mit Vorliebe die beschränkte, die repressive, die defensive Problem- &#8220;Lösung&#8221;. Erfreulich viele wollen studieren? Beschränkung! (Statt einer massiven Aufstockung der Mittel zugleich mit vernünftigen Lenkungsmaßnahmen.) Ein Unternehmen findet nicht genügend Abnehmer für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das heutige <em>Einserkastl</em> von RAU mit dem Titel &#8220;<em>Beschränkte Lösungen</em>&#8221; ist so treffend, dass ich es hier zitieren muss:</p>
<blockquote><p>&#8230; in Österreich wählt man mit Vorliebe die beschränkte, die repressive, die defensive Problem- &#8220;Lösung&#8221;. Erfreulich viele wollen studieren? Beschränkung! (Statt einer massiven Aufstockung der Mittel zugleich mit vernünftigen Lenkungsmaßnahmen.) Ein Unternehmen findet nicht genügend Abnehmer für seine Produkte? Sparen! Kürzen! Abschlanken! (Statt nach neuen Einnahmen Ausschau zu halten.) Beliebt ist auch das Strengsein. &#8230; Der Erst-Reflex der österreichischen Gesellschaft ist immer: Kleiner machen. Zusammendrücken. Engstellen. An Schräubchen drehen. Ja nicht kreativ sein und eine neue Lösung suchen. (rau, DER STANDARD-Printausgabe, 7./8. November 2009)</p></blockquote>
<p>Natürlich denken wir bei<em> Beschränkung!</em> vorerst an die Studentenproteste. Mir fällt aber dazu auch etwas anderes ein: Wenn an einer Schule ein Wahlzweig besonderen Erfolg hat, dann wird nicht die Leistung der betroffenen Lehrer anerkannt, nein, es wird gedroht, dass man die Wahl dieses Zweiges beschränken wird. Und wenn dann die betroffenen Lehrkräfte eine neue kreative Lösung finden, dann wird mit dem Slogan <em>back to the roots</em> und einer Portion Altersstarrsinn versucht, SchülerInnen heutzutage für die Wirtschaft der 1970er auszubilden. Schon möglich, dass jene Verantwortlichen früher selbst den Ausbildungszweig Informationstechnologie favorisiert haben, dabei aber offenbar gescheitert sind und jetzt behaupten, dass die Zeit der IT in der Wirtschaft schon wieder vorbei sei. Geradezu lächerlich in einer Zeit, in der die protestierenden Student/innen zeigen, welche Rolle der IT im Bereich der Selbstorganisation zukommt.</p>
<p>Das führt mich wieder zu den StudentInnen. Die Art und das Niveau der Selbstorganisation der StudentInnen macht Hoffnung, dass nach der Pensionierung der jetzigen Entscheidungsträger (nicht nur im Bereich der Bildungspolitik) eine Wende zum Besseren möglich wird. Es ist höchste Zeit für eine Änderung der Entscheidungsmentalität.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/beschrankung/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Einige Aspekte der StudentInnen-Proteste</title>
		<link>http://standpunkte.at/index.php/einige-aspekte-der-studentinnen-proteste</link>
		<comments>http://standpunkte.at/index.php/einige-aspekte-der-studentinnen-proteste#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 21:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johann moser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Audimax]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Unsere Uni]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://standpunkte.at/?p=2606</guid>
		<description><![CDATA[In meinem letzten Beitrag über die UNI-Proteste &#8220;Studierende wollen Politik &#8221; hab ich nur sehr kurz Stellung bezogen. Für eine ausführliche Argumentation konnte ich mir nicht Zeit nehmen. Mittlerweile bin ich besser informiert und habe einen besseren Einblick.
Die Forderungen
Anfangs erschienen mir die Forderungen der Studierenden etwas unklar, inzwischen hat sich der Arbeitskreis Forderungen auf eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem letzten Beitrag über die UNI-Proteste &#8220;<a title="Studierende wollen Politik" href="../index.php/studierende-wollen-politik" target="_blank"><em>Studierende wollen Politik</em> </a>&#8221; hab ich nur sehr kurz Stellung bezogen. Für eine ausführliche Argumentation konnte ich mir nicht Zeit nehmen. Mittlerweile bin ich besser informiert und habe einen besseren Einblick.</p>
<h3>Die Forderungen</h3>
<p>Anfangs erschienen mir die Forderungen der Studierenden etwas unklar, inzwischen hat sich der <em>Arbeitskreis Forderungen</em> auf eine klare Strukturierung der Forderungen geeinigt.</p>
<p><strong>Offener Zugang zu den Universitäten, keine Zugangsbeschränkung. </strong></p>
<p>Die Argumente sind bekannt: Österreich liegt bezüglich Akademikeranteil weit hinten. Aufholen kann man nicht mit Hilfe von Zugangs-Beschränkungen, sondern mit der Ausweitung des Angebots bei höheren StudentInnen-Zahlen. Das &#8220;Problem&#8221; der deutschen StudentInnen muss anders gelöst werden. Vielleicht könnte man es auch als Chance sehen: Viele dieser Leute bleiben vielleicht in Österreich und werden zu unserem Wohlstand beitragen.</p>
<blockquote><p>“Nach 10 Jahren völlig verfehlter Bildungspolitik seitens der ÖVP und Vogel-Strauß-Politik der SPÖ wacht diese nun auf und begeht genau dieselben fatalen Fehler”, erzürnt sich Maurer.</p>
<p>“Österreich hat nach wie vor zu wenige Studierende – nicht zu viele”, erklärt ÖH-Generalsekretärin Eva Maltschnig. “Wir liegen bei den StudienanfängerInnen 15 Prozent unter dem OECD-Durchschnitt”, so Maltschnig.</p>
<p>(aus: <a title="öffnen" href="http://unsereuni.at/?p=4956" target="_blank">unsereuni.at</a>)</p></blockquote>
<p>Das größere Problem sind ja nicht die Studienbeginner, sondern die (angeblich) vielen Studienabbrecher. Hier muss man eine Lösung suchen, die nicht bei Zugangsbeschränkungen ansetzt. Das müßte sich doch machen lassen.</p>
<p><strong>Keine Studiengebühren</strong></p>
<p>Das einzig vernünftige Argument für Studiengebühren scheint, dass die Nicht-Akademiker das Studium von reichen Akademikerkindern durch Steuergelder finanzieren müssen. Das Argument ist fehlerhaft: Die Menge der Studierenden kommt aus Mittelschicht-Familien, bei denen die Unterstützung ihrer Kinder das Familienbudget spürbar belastet. Studiengebühren verschärfen dieses Problem. Das Steueraufkommen in Österreich wird von der Mittelschicht getragen, Niedrigverdiener/innen sind zahlen gar keine Einkommensssteuer.</p>
<p>Die Einführung der Studiengebühren hat am Problem der Unterfinanzierung der Universitäten nichts Wesentliches geändert. Sie waren nur ein Teilersatz für die von der Regierung gekürzten UNI-Mittel.</p>
<p><strong>Erhöhung der Ausgaben für den terziären Bildungssektor</strong></p>
<p>Wenn es mehr Studierende gibt, braucht es mehr Lehrveranstaltungen und mehr Lehrende. Klar kostet das mehr. Volkswirtschaftlich sollte sich Investition in Bildung in einer Wissensgesellschaft langristig rechnen.</p>
<h3>Die Organisation</h3>
<p>Bewundernswert ist die Fähigkeit der Studierenden zur Organisation. Einzelpersonen bilden thematische Gruppen und arbeiten ohne ideologische und parteipolitische Akzente zusammen. Sie sind bereit zur (Selbst-)Kritik und Überarbeitung von Standpunkten. Dutzende Arbeitsgruppen nutzen die Kreativität, Interessen und Fähigkeiten der Teilnehmenden: Kochen, Putzen, Webdesign, Pressearbeit, Abendprogramm, Vorlesungsprogramm, Vernetzung, Technik, Forderungen, etc. werden auf diese Weise organisiert.</p>
<p>Längst wird es auch in Medienberichten anerkannt: Die Student/innen lernen bei diesen Protesten mehr als in einem Vorlesungs-Semester. Sie qualifizieren sich hier für höhere Positionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und lassen auf eine neue Generation hoffen.</p>
<p>Erfreulich und bemerkenswert ist, dass die Studierenden moralisch und praktisch von Vertreter/innen der Zivilgesellschaft unterstützt werden: Ich erwähne hier einen Vortrag von Robert Menasse, die Premiere der Vienale (Bock 4 President) oder das Coaching des Presse-Teams durch Experte/innen. Das tut den Student/innen seelisch gut und biete Zeitgestaltung auf hohem Niveau.</p>
<p>Schade, dass ich nicht in Wien lebe, ich könnte darüber nachdenken, wie ich die Studierenden unterstützen könnte.</p>
<h3>Die Rezeption in den Medien</h3>
<p>Der Protest wurde anfangs nicht ernst genommen, weil für die Medien sowieso klar war, dass die Bedingungen an den Universitäten seit Jahren katastrophal sind und die Bereitschaft bzw. Fähigkeit der Regierung, daran etwas zu ändern auch bisher nicht vorhanden ist.</p>
<p>Neben einigen wirklich kindischen Kommentaren (die Presse) werden die Anliegen der Studierenden von Tag zu Tag positiver gesehen. Sehr deutlich wird das in sehr ausführlichen Berichten unter anderem im aktuellen Profil sichtbar.</p>
<ul>
<li><a title="öffnen" href="http://www.profil.at/articles/0944/572/254630/georg-hoffmann-ostenhof-sie" target="_blank">Sie wissen, was sie tun</a> (<em>Georg Hoffmann-Ostenhof</em>)</li>
</ul>
<ul>
<li><a title="öffnen" href="http://www.profil.at/articles/0944/560/254638/die-generation-nachkriegszeit-revolte" target="_blank">Die pragmatischste Generation der Nachkriegszeit probt die Revolte</a> (<em>Edith Meinhart</em>)</li>
</ul>
<h3>Das andere Politikverständnis und die nicht adäquate Reaktion der Regierung</h3>
<p>Zuerst einmal ist bemerkenswert, dass sich die Studierenden unabhängig von ihrer eigentlichen Interessensvertretung ÖH organisiert haben und dass die ÖH rasch verstanden hat, das zu akzeptieren. Das ist ein ganz wesentliches Merkmal dieser Protestbewegung. Je länger diese Proteste andauern, umso nervöser werden andere Interessensvertretungen werden: Auch der Gewerkschaft könnte ähnliches bevorstehen, wenn Mitglieder nicht mehr ausreichend das Gefühl der Interessensvertretung haben. Die Kindergärtner/innen haben ja bereits zur Selbsthilfe gegriffen, übrigens auch ein Bereich des Bildungssektors.</p>
<p>Die Studierenden machen auf eine neue Art Politik: nicht unter der Governanz politischer Parteien, die ihre studentischen Funktionäre im Griff hat. Die Student/innen organisieren sich dezentral und vernetzen sich, wechseln sich ab und teilen ihre Funktionen in den Gruppen. Dadurch treten persönliche politische Eitelkeiten in den Hintergrund und es kann rasch und pragmatisch reagiert werden. Ich gehe davon aus, dass nach diesen Studentenprotesten Politik in Österreich anders gemacht wird.</p>
<p>Die Regierung hat diese Art der Politik noch nicht verstanden und hofft noch, die Besetzung aussitzen zu können. Das wird nicht gelingen. So wie die Studierenden jetzt organisiert sind, können sie noch monatelang weitermachen, ohne gleichzeitig ihr Studium zu vernachlässigen. Denn seit dieser Woche wird gleichzeitig &#8220;<em>besetzt und studiert</em>&#8220;.</p>
<p>Der Regierung kann man nur empfehlen: bedingungslos auf gleicher Augenhöhe mit den Student/innen ins Gespräch zu kommen, zuzuhören, Argumente und Vorschläge der Studierenden aufzugreifen um die UNI-Probleme gemeinsam wirklich lösen zu können. Das Wiederholen bisheriger &#8220;Lösungs&#8221;konzepte (Faymann: Zugangsbeschränkung, Hahn: Studiengebühren) ist nicht angebracht, sie haben die Lösung der Probleme nur hinausgeschoben.</p>
<p>Die Bedingungen für eine nachhaltige Verbesserung der Situation an den Universitäten könnten nicht besser sein, da die Studierenden durch ihre Art der Politik die Patt-Situation zwischen den Parteiblöcken aufzulösen helfen. Dass die Universitäten budgetär anders dotiert werden müssen, steht allerdings außer Zweifel. Es müßte doch gelingen, die Bildungsbudgets auf europäisches Niveau zu heben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://standpunkte.at/index.php/einige-aspekte-der-studentinnen-proteste/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
